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Bertramswiese bleibt löchrig

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Von: Sonja Thelen

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Die Rasenplätze auf dem Sportplatz an der Bertramswiese sind in einem sehr schlechten Zustand. Unter anderem trainieren dort die Spielerinnen der Sportvereinigung Kickers 16.
Die Rasenplätze auf dem Sportplatz an der Bertramswiese sind in einem sehr schlechten Zustand. Unter anderem trainieren dort die Spielerinnen der Sportvereinigung Kickers 16. © Monika Müller

Geplante Sanierung verschiebt sich von Monat zu Monat. Die Sportvereine, die auf den Rasenplätzen kicken, sind verärgert.

Das Fußballspielen auf den drei Rasenplätzen der Bertramswiese am Dornbusch scheint derzeit nicht viel Freude zu machen. Diesen Eindruck vermittelt Harald Füner, E-Jugendtrainer bei der Sportvereinigung Kickers 1916, die mit dem TuS Makkabi Frankfurt die Fußballplätze nutzt und ihr Vereinsheim dort hat. Dabei war nach den vielen Monaten, in denen wegen der Pandemie Training und Spielbetrieb ausgesetzt waren, die Vorfreude bei den rund 400 Jungs und Mädchen groß, endlich wieder dem runden Leder hinterher zu jagen. Allerdings „sind die Rasenplätze in einem so katastrophalen Zustand, dass wir viele unserer Spiele auf andere Plätze verlegen müssen oder gleich bei der Gastmannschaft unsere Heimspiele ansetzen. Viele Schiedsrichter weigern sich, bei uns Spiele anzupfeifen, da das Verletzungsrisiko zu groß sei“, schilderte Füner in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Der Rasen ist in Teilen kahl und voller Löcher.

Der Grund, warum der Jugendtrainer in der Fragestunde über die aktuelle Situation berichtete, ist eine im Juli beschlossene Vorlage des Magistrats, mit der die Sport- und die dazugehörige Grünanlage Bertramswiese für knapp 2,4 Millionen Euro saniert sowie mit Kunstrasen und einer neuen Trainingsbeleuchtung ausgestattet werden soll. Jedoch fehlt noch das Votum der Stadtverordnetenversammlung. Seit Sommer wird die Vorlage von Sitzung zu Sitzung zurückgestellt. Auch der Ortsbeirat 9, der sie ebenfalls zur Kenntnis nehmen soll, hatte die Vorlage nicht besprochen. Zumindest bis zur jüngsten Sitzung.

Für die Kickers bedeutet die Hängepartie: Die Stadt „kümmert sich nicht mehr, weil die Anlage ja umgebaut und mit Kunstrasen ausgestattet werden soll“, so Füner. Die Kinder seien frustriert. Schließlich seien bereits andere Fußballplätze von der Stadt saniert worden. Er appellierte an den Ortsbeirat, dem Vorhaben nicht mehr weiter im Weg zu stehen: „Ich bitte Sie um ein Bekenntnis: Die 400 Kinder und Jugendlichen haben nach der Corona-Pandemie den Anspruch, sich wieder vernünftig zu bewegen.“

Tatsächlich nahm der Ortsbeirat 9 nach einem heftigen Schlagabtausch zwischen Bündnis 90/Die Grünen einerseits sowie FDP, BFF und CDU andererseits die Magistratsvorlage zur Kenntnis. Doch zunächst hatten die Grünen erneut um Verschieben gebeten – ohne Angabe von Gründen. Dem widersprachen FDP, BFF und CDU vehement. Sie wollten ein erneutes Verschieben, ohne zu wissen warum, nicht akzeptieren. Gegen die ablehnende Haltung und die Abstimmung über die Vorlage protestierte Grünen-Fraktionsvorsitzende Angela Rühle: „Wir haben unsere Gründe. Wir haben noch Abstimmungsbedarf und Fragen zur Planung. Es ist gute Sitte, dass man Vorlagen zurückstellt, wenn eine Fraktion das wünscht. Wir müssen unseren Klärungsbedarf nicht darlegen.“

Im Zuge der weiteren Aussprache erläuterte Rühle indes die Vorbehalte. Diese bezogen sich auf den Einsatz von Kunstrasen, von dem die Stadt 2009 auf der Bertramswiese noch abgeraten hatte, und auf die neue Trainingsbeleuchtung. Im November hatte der Ortsbeirat dazu eine Nachfrage verabschiedet, um zu erfahren, warum das Material heute als geeignet gilt. Die Stellungnahme der Stadt lag erst unmittelbar vor der Sitzung vor. Zu kurzfristig, um sich mit dem Inhalt ausreichend zu befassen, so die Grünen.

Die Stadt schreibt in ihrer Antwort, dass Kunstrasenplätze „in einer außerordentlich nachhaltigen Bauart errichtet“ werden. Die Fachämter nutzen neueste Technologien, um Umweltbelastungen zu vermeiden, Energiekosten zu senken und Rohstoffe zu schonen. Auch werden die Kunstrasenplätze mit Sand verfüllt, damit kein Mikroplastik in die Umwelt geraten kann. Die Beleuchtung sei mit effizienten LED-Leuchten ausgestattet, die Insekten nicht beeinträchtigten und zielgerichtet aufs Spielfeld strahlen. Ein Blenden der Anwohnenden werde vermieden.

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