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Barrierefrei Überwege für die Eschersheimer Landstraße

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Von: Sonja Thelen

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Noch in diesem Jahr sollen zwei zusätzliche, barrierefreie Überwege über die Eschersheimer Landstraße und die U-Bahngleise führen.
Noch in diesem Jahr sollen zwei zusätzliche, barrierefreie Überwege über die Eschersheimer Landstraße und die U-Bahngleise führen. © ROLF OESER

Die Bauarbeiten an den beiden neuen Querungen sollen im Juni beginnen. Die U-Bahnen werden dadurch nicht länger unterwegs sein.

Voraussichtlich im Juni beginnen die Arbeiten an zwei zusätzlichen, barrierefreien Überwege über die Eschersheimer Landstraße: einer an der Kreuzung Marbachweg / Am Dornbusch und der zweite in Höhe Sinaipark / Klimsch-Anlage. Das teilt auf Anfrage die stellvertretende Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE), Susanne Stadthagen, mit.

Mit den Querungen soll der seit dem Bau der Stadtbahnstrecke in den 60er Jahren zerschnittene Stadtteil etwas durchlässiger und vor allem für Fußgehende sicherer werden. Aufgrund der vier Fahrspuren und der U-Bahnstrecke ist es schwer, die Landstraße zu überqueren. Die bisherigen Überwege liegen Hunderte Meter auseinander. An der Kreuzung Am Dornbusch/Marbachweg gibt es zwar eine Unterführung. Diese ist aber für in ihrer Mobilität eingeschränkte sowie ältere Menschen ungeeignet und für Rollstuhlfahrende ohne Hilfe nicht zugänglich, da sie nur über – mit Schienen ausgestattete – Treppen verfügt.

„Wenn ich hier vorbeikomme, sehe ich oft haarsträubende Situationen, wenn Ältere über die Eschersheimer gehen, mittendrin an dem Gitter stehenbleiben, während Autos an ihnen vorbeirauschen“, schildert Anwohner Uwe Harmening: „Die anderen Überwege sind einfach viel zu weit entfernt für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind.“

Diese alltäglichen gefährlichen Situationen sind es, für die der Ortsbeirat 9 seit Jahren Lösungen fordert. Seit Eröffnung der Strecke sind viele Fußgehende beim Queren verletzt worden oder sogar tödlich verunglückt. 2018 hatte die Stadtverordnetenversammlung die beiden neuen Überwege beschlossen. Bis Ende September werden die zirka 2,1 Millionen Euro teuren Arbeiten laut ASE vermutlich dauern. Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 713 200 Euro.

Beide Überwege werden mit Fußgängerampeln ausgestattet, deren Grünphase akustisch signalisiert wird. Abgesenkte Bordsteine sowie tastbare Elemente, die in die Gehwege integriert werden, erleichtern Verkehrsteilnehmenden mit Rollator oder eingeschränkter Sicht das Überqueren. Der neu entstehende Überweg Am Dornbusch / Marbachweg verläuft auf der südlichen Seite der Kreuzung. „Der bereits beim Umbau vom Dornbusch vorbereitete Bordsteinverlauf samt Leitsystem wird dabei nach Süden verlängert“, sagt Stadthagen. Zudem erhält der Überweg für Passant:innen abgesicherte Aufstellflächen. Radfahrende erhalten keine eigene Spur. „Der Radverkehr kann die Eschersheimer Landstraße in beide Fahrtrichtungen queren.“

U-Bahnen haben Vorrang

In Höhe des Sinaiparks ist ein Z-förmiger Überweg vorgesehen, für den ein teilweiser Rückbau und eine Verlegung von Stellplätzen und Gehwegflächen erforderlich ist. „Mit Herstellung des ebenerdigen und signalisierten Überweges wird hier eine Verbindung vom Sinaipark zur Klimsch-Anlage neu geschaffen, die eine sichere Querung der Eschersheimer Landstraße für den Fuß- und Radverkehr gewährleistet. Gleichzeitig bauen wir eine städtebauliche Barriere ab“, so die stellvertretende Amtsleiterin. Eine eigene Radspur wird nicht angelegt. Radfahrende müssen ihre Velos über die Eschersheimer schieben.

Die neuen Überwege werden auf die Fahrzeiten der U-Bahnen laut Stadthagen keine Auswirkungen haben, da diese auf der gesamten Strecke eine Vorrangschaltung haben.

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