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Angst vor Umsatzeinbußen

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Von: Judith Dietermann

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Ernst Schwarz (l.) und Friedrich Hesse vom Ortsbeirat sind sich einig: Die Parkplätze der Eschersheimer Landstraße müssen bleiben.
Ernst Schwarz (l.) und Friedrich Hesse vom Ortsbeirat sind sich einig: Die Parkplätze der Eschersheimer Landstraße müssen bleiben. © Hamerski

Der Einzelhandel bangt um den Verlust seiner Kundschaft, wenn auf der Eschersheimer Landstraße zugunsten des neues Radwegs die Kurzzeitparkplätze wegfallen. Unterstützung erhält er vom zuständigen Ortsbeirat 9.

Ob Ernst Schwarz, von „Pelze am Dornbusch“, Andreas Hermening, Inhaber der Dornbusch-Apotheke, oder die Betreiber der Metzgerei Gallo. Sie alle haben Sorge, dass mit dem von der Stadt geplanten Bau des Radweges auf der Eschersheimer Landstraße, des wichtigen Lückenschlusses, die vor den Geschäften angelegten Kurzzeitparkplätze verschwinden. Und sie dadurch große Umsatzeinbußen haben.

Bei uns funktioniert der Einzelhandel noch, die Halteplätze sind wichtig. Zudem sieht man durch den derzeitigen Wegfall einer Fahrspur durch die Baustelle zu welchen Staus es kommt“, sagte Ernst Schwarz in der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) am Donnerstagabend. Und: Er sei selber Radfahrer, suche sich aber „schönere Wege als die Eschersheimer“. Wegfallende Parkplätze seien vor allem für ältere Menschen ein Problem, meint der Apotheker Andreas Hermening. „Viele meiner Kunden sind auf das Auto angewiesen.“

Bereits im Sommer 2023 könnte mit dem Bau des durchgehenden Radweges begonnen werden. Konkret geht es um den Abschnitt zwischen der Humserstraße auf der Ostseite der Eschersheimer Landstraße, beziehungsweise der Straße „Am Grünhof“ auf der Westseite und der Hügelstraße. Dort fahren Radfahrer:innen bislang auf einer der beiden Fahrspuren für Autos, während rechts daneben Autos parken. Zwischen Hügelstraße und Weißer Stein gibt es bereits einen markierten Radweg. „Die gefährlichsten Stellen sind die Lücken im Radwegenetz“, sagte Norbert Szep vom Radentscheid Frankfurt.

Angela Rühle, Fraktionsvorsitzende der Grünen, beruhigte derweil die erhitzten Gemüter der Geschäftsleute. „Wir sind alle der gleichen Meinung: Die Kurzzeitparkplätze müssen erhalten bleiben. Das ist auch mit einem sicheren Radweg möglich. Die Rechnung, die gerne aufgemacht wird, das eine würde das andere verdrängen, ist realistisch nicht gegeben“, sagte sie. Unterstützung bekam sie von Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). „Wir wollen alle einen Erhalt der Parkplätze und eine Vorstellung der Planungen“, sagte er.

Weil aus dem von den Grünen vorgeschlagenen gemeinsamen Antrag nichts wurde – Ortsvorsteher Hesse habe nicht auf die Mails reagiert, kritisierte Rühle – gab es zwei verschiedene Anträge zu den Kurzzeitparkplätzen. Während der gemeinsame Antrag von Grünen und SPD, die Kurzzeitparkplätze soweit wie möglich zu erhalten, mehrheitlich verabschiedet wurde, lief es beim CDU-Antrag nicht so glatt. Der Bitte, die Haltemöglichkeit ab Höhe der Hausnummer 242 zu erhalten, wurde zwar mehrheitlich zugestimmt. Nicht jedoch die Forderung die baureife Planung dem Ortsbeirat vorzustellen. Dagegen stimmten sowohl SPD, als auch die Grünen. „Weil der Ortsbeirat darüber abstimmen soll. Das passt uns nicht“, begründete Rachid Rawas die Entscheidung.

Der Antrag der FDP, die Mierendorff- und die Bertramsstraße als Fahrradstraße umzuwidmen und den Radverkehr dorthin zu verlagern, wurde derweil zurückgestellt. Man wolle bei einem Ortstermin über die Notwendigkeit diskutieren, einigten sich das Stadtteilparlament.

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