1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Dornbusch

Am Dornbusch fehlt ein Treffpunkt

Erstellt:

Von: Judith Dietermann

Kommentare

Die Pläne der Stadt Frankfurt für eine Umgestaltung des Platzes vor dem Haus Dornbusch sind zehn Jahre alt.
Die Pläne der Stadt Frankfurt für eine Umgestaltung des Platzes vor dem Haus Dornbusch sind zehn Jahre alt. © N.n./Stadt

Der neue Radweg am Marbachweg steht weiter in der Kritik. Die CDU fordert ihn zurückzubauen. Auch der Platz vor der Ladenzeile am Haus Dornbusch soll umgestaltet werden.

Entspannt radelt die junge Frau auf dem Marbachweg entlang. Die rechte Hand am Lenker, in der linken ein Handy. Sie telefoniert – verbotenerweise. Erst wird sie rechts von einem anderen Radfahrer überholt, dann links. Ausweichen muss sie dafür nicht, denn der vor wenigen Wochen neu hergestellte Radweg auf Höhe der Hausnummern 331 – 345 ist selbst für solche Manöver mehr als breit genug. „Viel zu breit“, wie Christina Loizides, Stadtverordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer bei einem Rundgang, den die Christdemokraten regelmäßig in den Stadtteilen anbieten, am Dienstagabend betonte. Zumal durch den Bau genau 17 „sehr, sehr wichtige Parkplätze“ weichen mussten – in einem Stadtteil, in dem es keine Quartiersgarage gibt.

Daher ist das Thema auch nach knapp drei Monaten aktuell. Die CDU findet: Der Radweg muss zurückgebaut und die verlorenen Parkplätze wieder hergestellt werden, sagte Loizides. Wofür sie großen Applaus, nicht nur von den Mitgliedern des Stadtbezirksverbandes Dornbusch, sondern auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern erntete.

Grünstreifen gegen Lärm

Wie das funktionieren kann, dafür hat Hans Werner Wittmann, Mitglied im Stadtbezirksverband, eine Lösung gefunden. Er hat mit dem Zollstock nachgemessen: 6,30 Meter breit, erklärte er, sei die verfügbare Fläche, die sich aktuell Menschen zu Fuß oder per Rad und die Berechtigten des einzigen Behindertenparkplatzes teilen. Mit zwei Metern für die Parkplätze, 0,75 Meter für die nötige „Dooring-Zone“, 1,85 Meter für den Rad- sowie 1,70 Meter für den Fußweg habe ergo jeder der Verkehrsteilnehmer:innen ausreichend Platz. „Man muss es eben nur wollen.“

Anwohner Rainer Krug findet, die 80 000 Euro, die in den Umbau des Radweges investiert wurden, würden an anderer Stelle dringender benötigt. Etwa für die Neugestaltung des Platzes vor dem Haus Dornbusch, für die es vor rund zehn Jahren eine erste Planung gab. Sogar die entsprechenden Gelder seien dafür eingestellt worden, sagte Christiane Loizides. Aber nie dafür verwendet worden. Dabei fehle im Stadtteil ein Treffpunkt, findet Evangelia Georgalis, Vorsitzende des Stadtbezirksverbandes Dornbusch. Der Platz vor der Ladenzeile sei dafür prädestiniert.

„Hier fährt im Minutentakt die U-Bahn, es ist so laut, dass man nicht reden kann. Länger als 30 Minuten kann man hier nicht sitzen“, kritisierte ein Anwohner die Pläne. Das Lärmempfinden sei allerdings subjektiv, merkte dazu Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) an. In anderen europäischen Großstädten funktioniere das doch auch.

Der Platz brauche mehr Ordnung und mehr Grün. Da waren sich alle Teilnehmer:innen des Rundgangs der „CDU-Fraktion vor Ort“ einig. Vielleicht ein breiter, hochgewachsener Grünstreifen als Lärmschutz, schlug einer vor. Zumindest die leeren Baumplätze müssten wieder bepflanzt werden. Und Bänke sollten aufgestellt werden. Anmerkungen, welche die CDU aufnahm und der Ortsbeirat einbringen möchte, wie Friedrich Hesse versprach. Zunächst müssten dafür aber die Pläne von einst aktualisiert und dem Ortsbeirat vorgestellt werden.

Entspannt radeln lässt es sich jetzt auf dem Marbachweg. Nicht jedem gefällt das.
Entspannt radeln lässt es sich jetzt auf dem Marbachweg. Nicht jedem gefällt das. © Rainer Rüffer

Auch interessant

Kommentare