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Das alte Haus in der Spenerstraße steht nicht unter Denkmalschutz.
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Das alte Haus in der Spenerstraße steht nicht unter Denkmalschutz.

DORNBUSCH

Altes Haus muss weichen

  • VonJudith Dietermann
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Frankfurt hat eine Baugenehmigung für einen Neubau erteilt. Anwohnende und der Ortsbeirat befürchten, dass künftig weitere der historischen Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen könnten.

Das Doppelhaus an der Ecke Spener-/Mechtildstraße muss einem Neubau weichen. Nachdem die Stadt bereits vor wenigen Monaten den Abbruch genehmigte, folgte nun der nächste wichtige Schritt für den Eigentümer. Es gebe eine Baugenehmigung für ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten, teilt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), mit. Plus einer Tiefgarage mit sechs Stellplätzen, die in den hinter dem Gebäude liegenden Garten hineinragen und mit einer rund 80 Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt sein soll.

So sehen es zumindest die Pläne vor, die einem der Nachbarn vorliegen. „Darauf wächst kein Baum mehr, zudem wird zu nah an den Grundstücksgrenzen gebaut“, zählt er einen von mehreren Kritikpunkten auf. Zu denen aus Sicht der Anwohner und des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) auch die Befürchtung gehört, dass der geplante Abriss lediglich „der Einstieg aus dem Ausstieg des gesamten Ensembles“ wäre.

Sind die 1926 und 1927 nach Plänen des Architekten Christoph Ludwig Bernoully erbauten Häuser, von denen noch 28 erhalten sind, doch etwas ganz Besonderes. Fast ehrwürdig thronen auf ihnen die roten Tonnenwalmdächer mit ihren halbrund geformten Dachziegeln. Doch denkmalgeschützt sind die Gebäude nicht, ebenso wenig gibt es eine entsprechende Erhaltungssatzung.

Wobei letztere, zwei Jahre nachdem der Ortsbeirat dies angeregt hatte, nun doch geprüft werden soll, wie der Magistrat jüngst mitteilte. Mit dem Hinweis, dass diese jedoch im Einzelfall den Abriss von Gebäuden nicht verhindern könnte. Es ist vielmehr ein Instrument, das Ortsbild zu bewahren und die städtebauliche Struktur zu erhalten. Sprich: Ein Neubau muss sich in das Ensemble einpassen.

Genau das, so die Kritik von Ortsbeirat, Anwohnern und Anwohnerinnen, tue der geplante Neubau nicht. Von einem Klotz sprachen derweil gar einige Stadtteilpolitiker:innen. Eine Sorge, die auch die CDU-Fraktion im Römer teilt. Und deswegen beim Magistrat nachhakte, was dieser gedenke zu veranlassen, damit sich der Neubau in zuträglicher Weise in das „bauhistorisch wertvolle Ensemble mit seiner schutzwürdigen Architektur“ einfüge.

Da die Liegenschaft nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes liege, so der Magistrat, sei ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfüge. Das Ortsbild dürfe nicht beeinträchtigt werden. Aber: Vorgaben, dass sich die Neubauten gestalterisch an den umliegenden Bestandsgebäuden zu orientieren hätten, wie Dachformen und Deckungsmaterialien, seien auf dieser Grundlage nicht möglich.

Den von Anwohnenden und Ortsbeirat befürchteten Dominoeffekt, den der Abbruch und Neubau des Eckgebäudes in der Spenerstraße mit sich bringen könnte, befürchtet der Magistrat derweil nicht. Man gehe allenfalls von vereinzelten Bauvorhaben in dem Viertel aus. In diesen Fällen werde geprüft, wie der Stellplatznachweis geführt wird und auf eine entsprechende Begrünung geachtet. Zudem werde man darauf achten, dass die Versiegelung möglichst gering ausfalle.

Dass die 28 Gebäude, oder zumindest das betroffene Eckhaus, nicht unter Denkmalschutz gestellt wurden, sei eine Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege gewesen, dem diese obliege, erklärt der Magistrat. Dies habe nach eingehender Prüfung im Juli 2019 mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für eine Beurteilung der Gebäude als Kulturdenkmal nicht gegeben seien, erklärt der Magistrat.

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