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Im Winter spielen Teams von Makkabi bereits auf den Hartplätzen an der Wilhelm-Epstein-Straße.

Dornbusch

Dornbusch: TuS Makkabi muss auf U4-Planung warten

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Der Verein möchte gegenüber der Deutschen Bundesbank ein Sportzentrum bauen. Dort könnte aber auch der Lückenschluss der Stadtbahn zwischen Bockenheim und Ginnheim entlang laufen.

Hätte Optimismus ein Gesicht, es wäre das von Alon Meyer. Der 45-Jährige, gleichermaßen Präsident des jüdischen Sportvereins Makkabi Frankfurt wie des Verbands Makkabi Deutschland, ist in die Sitzung des Ortsbeirat 2 gekommen, um das große Bauvorhaben des Clubs vorzustellen. An der Wilhelm-Epstein-Straße, gleich gegenüber der Deutschen Bundesbank, soll das neue Makkabi-Zentrum entstehen.

Herzstück sind zwei Kunstrasenplätze samt Flutlichtanlage, dazu Kleinfelder und ein großer Bau mit Basketballhalle, Sporträumen und Umkleiden (die FR berichtete). Doch das Projekt stockt. Eigentlich hätten die Arbeiten längst beginnen sollen. Der Verein muss aber die städtische Planung für die U4 abwarten. Der sogenannte Lückenschluss der Stadtbahn zwischen Bockenheim und Ginnheim könnte über die künftige Heimat von Makkabi und dann weiter entlang der Rosa-Luxemburg-Straße führen.

Platz ist genug, betont Meyer. Die U-Bahnverlängerung sei natürlich eine super Sache. Der Club richte sich gerne danach, hat entsprechend die Pläne abgewandelt. Nur müssten die Bauherren schon wissen, wo genau die Schienen nun entlang führen werden. „Die Stadt muss ihre Hausaufgaben machen“, sagt Max Baum, im Verein für das Bauprojekt zuständig.

Die haben es aber in sich. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will am Donnerstag, 5. Dezember, gleich zehn Varianten für die Streckenführung vorstellen. Teilweise unterscheiden sie sich in Nuancen. Teils ganz gravierend. Unklar ist etwa noch immer, ob die U4 den neuen Uni-Campus Westend anbinden wird und dafür womöglich unter dem Grüneburgpark entlang fährt. Und nicht bei Makkabi vorbei. „Sie müssen kein Eisenbahningenieur sein, um zu sehen, dass diese Variante viel teurer ist“, sagt Oesterling dazu. Für die Januarsitzung des Ortsbeirats hat sich das Dezernat bereits angekündigt. Ob bis dahin die Wunschtrasse feststeht, scheint zumindest zweifelhaft.

Verteilt auf 17 Sportstätten

Alon Meyer bleibt optimistisch. Er nutzt die aktuelle Sitzung, um für seinen Club zu werben. Makkabi sei offen für alle Nationen und Religionen. Derzeit trainieren 1850 Mitglieder regelmäßig im Verein, der jüdische Anteil liege bei 30 bis 35 Prozent. Es gibt sogar einen Schwimmkurs für muslimische Frauen. „Das ist Frankfurt“, sagt Meyer. Das auch: Die Makkabäer nutzen 17 verschiedene Sportstätten in der Stadt.

Umso dringlicher rührt sich bei den Verantwortlichen der Wunsch, als Verein eine eigene Heimat zu beziehen. Am Anfang sollten es nur zwei Sportplätze mit Flutlicht und Umkleide sein. Das Projekt hat sich aber stetig vergrößert. Vor vier Jahren ist der Verein dann zusammen mit Stadtplaner Albert Friedrich Speer (2017 gestorben) in die Feinplanung gegangen. „Ein starkes Symbol“ war das, sagt Meyer. Der Sohn des Nazi-Architekten und verurteilten Kriegsverbrechers Albert Speer „baut einem jüdischen Sportverein ein Zuhause“. sky

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