Sossenheim

Vom Dorf zum Wohnort

  • schließen

Stadtteilhistoriker Heinz Hupfer hält am 26. April einen Vortrag zu Sossenheim.

Von der Steinzeit bis heute, das klingt, als wäre es eine lange Spanne. Stadtteilhistoriker Heinz Hupfer schafft es aber, die wichtigsten Geschehnisse in einem Vortrag unterzubekommen. Er konzentriert sich auf Sossenheim. Der Vortrag ist für die kommende Mitgliederversammlung des frisch gegründeten Heimat- und Geschichtsvereins gedacht.

Am Freitag, 26. April, lauschen Mitglieder und Besucher ab 19.30 Uhr seinen Ausführungen im Hainer Hof, Schaumburger Straße 23. Da wird es etwa um die Linienbandkeramik gehen. Das ist die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit mit permanenten Siedlungen in Mitteleuropa.

Funde aus der Westerbachstraße deuten darauf hin, dass dort bereits 5500 vor Christus Bauern, Jäger und Fischer tätig gewesen sind. Hupfer wird über die alten Römer sprechen. Weitgehend unbekannt seien die Funde, die auf Sossenheimer Gemarkung aufgetaucht sind. Das soll sich ändern.

Die Schlacht bei Höchst 1622 wird Thema sein, immerhin kamen dabei mindestens die Hälfte der Sossenheimer ums Leben. 1651 vermerkt der Zollschreiber aus Höchst wieder Einnahmen aus dem Dorf. 1792 bis 1815 herrschen die Franzosen über Sossenheim und seine zwölf Ziegeleien – und acht Hasenhaarscherer. Die geschorenen Haare von Hasen- und Kaninchenfellen sind Rohstoff für die Produktion von Filzhüten.

1911 zählten die Chronisten mehr als 50 Vereine in Sossenheim. „Es gab kein Fernesehen oder Internet“, sagt Hupfer. Weniger schön: In der Nazizeit werden aus Nachbarn plötzlich Juden. Auch Sossenheim ist Schauplatz von Mord und Vertreibung. Nach dem Krieg entstehen die vier Großsiedlungen. „Heute ist Sossenheim ein Wohnort mit überschaubarem Angebot an Arbeitsplätzen“, schließt Hupfer seinen Vortrag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare