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Noch liegt er leer und verrammelt: der Paradieshof am Paradiesplatz in Alt-Sachsenhausen.

Paradieshof

Doch Geld für den Paradieshof

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Ende 2012 kippte die schwarz-grüne Römer-Koalition die Investition für den Paradieshof in Sachsenhausen. Nun will Bürgermeister Olaf Cunitz private Investoren mit einer „Anschubfinanzierung“ unterstützen.

Ende 2012 machte die schwarz-grüne Römer-Koalition mit einer Streichung bundesweit Schlagzeilen: Sie kippte die städtische Investition von zehn Millionen Euro, die vorgesehen war, um den Paradieshof in Sachsenhausen in ein Theater für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“ zu wandeln. Es gab viel Protest, weil der erhoffte „Kulturmagnet“ zur Rettung des Kneipenviertels Alt-Sachsenhausen nicht zustande kam.

Leer und verrammelt liegt das 1500 Quadratmeter große Gebäude heute da. Doch jetzt unternimmt Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) einen neuen Anlauf. Und siehe da: Es soll plötzlich, sieben Monate vor der Kommunalwahl, doch wieder städtisches Geld für den Paradieshof geben.

Cunitz möchte noch in diesem Jahr einen „Nutzungswettbewerb“ für private Investoren zum Paradieshof ausschreiben. Sie sollen Ideen für eine Belebung der Liegenschaft liefern, die von Cunitz als „Schlüssel-Immobilie“ für Alt-Sachsenhausen angesehen wird, wie sein Sprecher Mark Gellert sagt.

Die Stadt würde die privaten Investoren mit einer „Anschubfinanzierung“ unterstützen, so Gellert. Allerdings besäße sie nicht mehr den Umfang von zehn Millionen Euro. „Es kommt auf die Ideen an, die dann von den Investoren unterbreitet werden – wenn es sich um eine besondere soziale oder kulturelle Initiative handelt, werden wir mit Geld helfen.“

Der Planungsdezernent hat mittlerweile das Gebäude eingehend von den Fachleuten des städtischen Hochbauamtes untersuchen lassen. Ermittelt wurde ein Mindest-Investitionsbedarf zur Ertüchtigung der Bausubstanz. Welche Summe dafür nötig sein wird, wollte Gellert am Montag nicht sagen. „Wir veröffentlichen die Zahl dann im Zusammenhang mit dem Wettbewerb“, kündigte der Sprecher an.

Die schwarz-grüne Koalition sieht ihre neuerliche Initiative für den Paradieshof im Zusammenhang mit anderen Aktivitäten des Magistrats zur Belebung von Alt-Sachsenhausen. So seien im Quartier 315 Wohnungen saniert und modernisiert, 45 neu gebaut worden.
Und man habe den Hindemith-Turm erneuert – er verfügt heute über einen wunderschönen kleinen Saal für Kammerkonzerte.

Die Sozialdemokraten im Römer wollen am morgigen Mittwoch im Rahmen einer Begehung auf die aus ihrer Sicht bestehenden Defizite in Alt-Sachsenhausen aufmerksam machen. Sie haben zu dem Rundgang Kulturmacher wie Gordon Vajen, den Geschäftsführer des Theaterhauses Frankfurt, und Ralph Förg, den Manager des Filmhauses Frankfurt, eingeladen.

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