1. Startseite
  2. Frankfurt

Distanz zu Feldmann ist nötig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Leppert

Kommentare

Peter Feldmann
Frankfurts OB Peter Feldmann. © Boris Roessler/dpa

Frankfurts OB Peter Feldmann stolpert nur noch durchs Amt, doch eine Abwahl ist unrealistisch. Die Politik wird neue Wege finden müssen, mit dem Oberbürgermeister umzugehen. Der Kommentar.

Erinnern Sie sich noch, wer 2018 nach dem DFB-Pokalsieg der Eintracht die Trophäe quer durch den Römer trug? Ante Rebic, der im Endspiel zweimal getroffen hatte? Nein, es war der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der mit dem „Pott“ vornweg schritt. Einen Aufschrei wie jetzt bei Peter Feldmanns hochnotpeinlichem „Pokalklau“ gab es damals nicht.

Muss man Feldmann deshalb vor Spott und Häme in Schutz nehmen? Definitiv nicht. Der Frankfurter Oberbürgermeister steht ganz anders im Fokus als damals Bouffier. Hatte er doch vor Wochen angekündigt, er werde sich wegen der Korruptionsanklage gegen ihn zum Wohl der Stadt zurücknehmen und Termine nur noch mit Augenmaß wahrnehmen. Das war das Mindeste, was die Frankfurterinnen und Frankfurter erwarten durften. Tatsächlich tut Feldmann das Gegenteil. Er drängt sich in den Mittelpunkt und lebt den ihm eigenen Narzissmus, der vor allem seine zweite Amtszeit kennzeichnet, aus.

Frankfurt: OB Peter Feldmann wird im Amt bleiben

Doch Feldmann wird vermutlich im Amt bleiben. Zwar setzt der bundesweite Spott dem nach Anerkennung gierenden Oberbürgermeister zu. Aber Feldmann braucht das Rampenlicht. Dass es nicht zum Wohl der Stadt ist, wenn ein wegen Korruption angeklagter OB noch zwei Jahre durchs Amt stolpert, ist ihm egal.

Die Politik in Frankfurt wird einen Weg finden müssen, mit Feldmann umzugehen. Immer wieder die Abwahl des Oberbürgermeisters zu fordern, wie es die CDU tut, ist keine Lösung. Dazu wird es zumindest kurz- und mittelfristig nicht kommen, und das liegt nicht an der Römer-Koalition, wie der im Kampfmodus agierende CDU-Chef Uwe Becker glauben machen will. Das für die Abwahl nötige Quorum von 30 Prozent der Frankfurter:innen zu erreichen, ist abwegig. Feldmann ginge gestärkt aus dem Verfahren hervor.

Zumindest aber sollten die Politikerinnen und Politiker Distanz zu diesem Oberbürgermeister wahren. Das gilt auch für die SPD. Dass eine ebenso erfahrene und kompetente Stadtverordnete wie Stella Schulz-Nurtsch in dieser Situation noch ein Bild von Feldmanns Besuch beim Nordendfest der SPD in die sozialen Medien stellt, ist nicht nachvollziehbar. (Georg Leppert)

Nach den Peinlichkeiten bei der Feier von Eintracht Frankfurt sorgte Peter Feldmann mit einer sexistischen Aussage für einen weiteren Eklat.

Auch interessant

Kommentare