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Heidi auf dem Dom auf der Suche nach den Bergen. Szene aus der Verfilmung von 1952.

Literatur

Frankfurt diskutiert über ein Denkmal für Heidi

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Die BFF-Fraktion im Römer will an die Romanfigur erinnern, doch das Kulturdezernat ist skeptisch.

Bekommt Heidi nun doch noch ein Denkmal in Frankfurt? Zumindest fordert das die BFF-Fraktion im Römer. Und bevor es jetzt Missverständnisse wegen des Antragstellers gibt: Hier geht es nicht um die christliche Fundamentalistin Heidi Mund, die kürzlich wieder mit einem Auftritt auf der Zeil für Aufsehen sorgte und mit dem BFF-Fraktionschef Mathias Mund verheiratet ist. Vielmehr reden wir von der Romanfigur Heidi, bekannt aus den Büchern der Schweizer Autorin Johanna Spyri (1827 – 1901), bekannt aus zahlreichen Filmen und einem Musical, bekannt auch aus dem Mallorca-Mitgrölsong: „Heiidiiii, Heiidiii, deine Welt sind die Berge...“.

Bereits Anfang des Jahres hatte der für Alt- und Innenstadt zuständige Ortsbeirat 1 den Magistrat gebeten zu prüfen, welcher Platz für ein solches Denkmal in Frage komme. Schließlich spielt Frankfurt in den Heidi-Büchern eine wichtige Rolle. Das Mädchen wird nämlich aus der Schweizer Bergidylle nach Frankfurt geschickt, um im Haus der Familie Sesemann in der Altstadt mal richtig Manieren und außerdem das Beten zu lernen und um der jungen Clara Sesemann als Gesellschafterin zu dienen.

An Heidi erinnere gar nichts in Frankfurt, stellte der Ortsbeirat 1 fest. Johanna Spyri werde zumindest noch mit einem kleinen Weg auf dem Riedberg gewürdigt. Ihre Romanfigur aber tauche in Frankfurt nicht auf.

Keine Werbung für die Stadt

Das stimme zwar, erklärt das städtische Kulturdezernat. Allerdings sieht es auch wenig Grund dafür, daran etwas zu ändern. Das liegt nicht zuletzt an der Darstellung Frankfurts in den Büchern. Heidi nämlich geht es in der Stadt alles andere als gut, sie hat schlimmes Heimweh und steigt sogar auf den Dom, in der Hoffnung, von dort aus die Berge sehen zu können. In der Stellungnahme des Magistrats heißt es, Spyri habe „vor allem ein romantisches, idealtypisches Bild der Schweiz geschaffen, zu dem Frankfurt kontrastiv in schlechtem Licht dasteht: als krankmachende Großstadt“.

Damit will sich die BFF-Fraktion nicht abfinden. Ein Heidi-Denkmal würde die Attraktivität Frankfurt steigern, argumentieren die Politiker. Sie fordern, eine Figur bei einem Bildhauer in Auftrag zu geben, die Heidi in naturalistischer Form zeigt. Aufgestellt werden soll das Denkmal in der Innenstadt.

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