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Diskussion im Römer: Gemeinsam gegen den Antisemitismus

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Von: Stefan Simon

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Arlinda Ramaj (links) und Isa Vieritz mit Uwe Becker (Mitte), Thomas Metz und Omid Nouripour (r.). hoyer
Arlinda Ramaj (links) und Isa Vieritz mit Uwe Becker (Mitte), Thomas Metz und Omid Nouripour (r.). © Renate Hoyer

Das Projekt „Words Matter“ will gegen steigenden Hass und Hetze in den Sozialen Medien vorgehen.

Die Meldestelle Rias hat im vergangenen Jahr 1909 antisemitische Vorfälle gemeldet. „Das sind ein Drittel mehr als im Vorjahr. Und das sind nur die gemeldeten Fälle“, sagte Carsten Ovens, Geschäftsführer vom European Leadership Network (Elnet) zu Beginn der Diskussion im Römer „Words Matter - Antisemitismus im Netz begegnen“.

Die Stadt Frankfurt organisierte die Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Projekts „Words Matter“. Das Projekt wurde vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von antisemitischen Vorfällen in Deutschland vom Elnet initiiert. In Workshops in acht deutschen Städten werden gemeinsam mit politisch aktiven jungen Erwachsenen Strategien entwickelt, um Hass gegen Jüdinnen und Juden im Netz besser begegnen zu können.

Zwei Teilnehmerinnen aus Frankfurt machten Vorschläge und Anregungen an den hessischen Antisemitismusbeauftragten Uwe Becker (CDU), den Frankfurter Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour (Grüne) sowie an Staatssekretär Thomas Metz, wie im Internet oder in Schulen verstärkt gegen Antisemitismus vorgegangen werden könnte. Sie kritisierten auch deutlich das Bildungssystem. „In der Schule reden wir alle über Nationalsozialismus, gefühlt hörte der Antisemitismus 1945 auf. Eine wirkliche Entnazifizierung fand nicht statt“, sagte Arlinda Ramaj von der Juso-Hochschulgruppe. Während ihres Workshops sprachen sie auch mit Influencern, die antisemitische Verschwörungen auf ihren Profilen teilten. „Das sind Leute, die seit Jahren im Schulsystem sind. Sie verstehen nicht, dass es sich bei den Beiträgen um Antisemitismus handelt, also muss im Schulsystem irgendwas schieflaufen“, sagte Isa Vieritz von Volt. Antisemitische Beiträge und Kommentare verbreiteten sich insbesondere in Social Media Netzwerken rasant. Verschwörungstheorien, Falschnachrichten und Hass fänden starken Zulauf und erreichten immer größere Teile der Gesellschaft, sagte Ovens von Elnet.

Auch Becker betonte, dass nach 1945 der Antisemitismus sich nur in die Hinterhöfe zurückgezogen hätte. „Im Sommer haben wir gesehen wie der Antisemitismus in all seiner Hässlichkeit zurückkehrt ist.“ Der Staat allein könne mit stärkeren Regularien im Internet nicht Antisemitismus und Hetze verhindern. „NGOs und der Staat sollten stärker kooperieren und agieren und den Plattformen wie Facebook oder Instagram klarmachen, dass sie auf Antisemitismus reagieren müssen“, sagte Becker. Facebook etwa hätte lange gebraucht, bis die Leugnung des Holocausts zum Thema wurde.

Für Nouripour ist das Internet Projektionsfläche für Hass und Hetze: „Ja, es könnte gesetzlich viel mehr gehen. Ja, die Plattformen müssen viel mehr aufpassen, aber Antisemitismus ist ein massives Problem, das gesetzlich allein nicht gelöst werden kann.“ Am Ende bleibt die Erkenntnis, die Stadträtin Eileen O’Sullivan (Volt) zu Beginn in ihrer Grußrede sagte: „Antisemitismus beginnt viel früher. So lange Jude auf dem Schulhof eine Beleidigung ist, werden wir mit Anschlägen wie in Halle rechnen müssen.“

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