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Diskussion in Frankfurt: Nach Corona-Krise eine neue Arbeitswelt

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In der Bildungsstätte Anne Frank gibt es eine Debatte über die Zeit nach der Pandemie. Die FR ist Kooperationspartnerin der Veranstaltung.

Es ist eine besondere Diskussion. Eine „Geister-Streitbar“, wie Meron Mendel, der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, erklärt. Denn wenn normalerweise in der Einrichtung an der Hansaallee unter dem Titel „Streitbar“ debattiert wird, ist der Saal voll, es gibt Applaus und Zwischenfragen. Doch diesmal sitzt nur Mendel selbst im Publikum und hört zu, wie die Fraktionschefin der Linken im Landtag, Janine Wissler, und der Fondsmanager und FDP-Politiker Ascan Iredi über die Zeit nach der Corona-Krise diskutieren. Und noch etwas ist anders: Die Bildungsstätte hat sich eine Kooperationspartnerin gesucht – die Frankfurter Rundschau. Und so lässt sich die Aufzeichnung der Diskussion nicht nur auf den digitalen Plattformen der Bildungsstätte, sondern auch auf hier abrufen.

Wie wird sie aussehen, die Gesellschaft, wenn diese Krise vorbei ist? Vor allem um diese Frage geht es in der vom ARD-Börsenexperten Stefan Wolff moderierten Runde. Und Janine Wissler hat da so einige Ideen. Habe es noch während der Finanzkrise 2008/2009 geheißen, vor allem die Banken seien systemrelevant, zeige sich jetzt, auf wen es in der Krisengesellschaft wirklich ankomme: etwa auf Pflegekräfte und Busfahrer. Sie müssten mehr Wertschätzung erfahren, und diese dürfe sich nicht nur allabendlich beim Applaus vom Balkon zeigen. Nötig seien höhere Gehälter.

Tatsächlich werde eine Bankenrettung aber auch in dieser Krise ein Thema, erwidert Iredi. Denn auch die Geldinstitute würden „an die Wand gedrückt“. Da im Wirtschaftssystem jetzt und auch in Zukunft viel von ihnen abhänge, müssten sie auch diesmal erhalten bleiben.

Wirtschaftshilfen nötig

Doch grundsätzlich gingen die jetzigen Probleme weiter als die Schwierigkeiten während der Finanzkrise, sagt Iredi. Nötig seien Steuerstundungen, günstige oder gar kostenlose Kredite und schließlich direkte Zuwendungen. Denkbar sei auch ein Helikoptergeld, wie es etwa Hongkong eingeführt habe. Dabei erhalten alle Bürgerinnen und Bürger einen bestimmten Betrag vom Staat. Kurzfristig habe das durchaus eine positive Wirkung auf die Wirtschaft, erklärt der Fondsmanager.

Die Gesellschaft und insbesondere die Arbeitswelt werden sich durch die Krise verändern, darin sind sich Wissler und Iredi einig. Doch auch wenn der Anteil von Homeoffice in Zukunft zunehmen könnte, bleibe es bei klaren Forderungen, sagt Wissler: der Abgrenzung von Privat- und Arbeitsleben, der Begrenzung von Arbeitszeit und der Entfristung von Arbeitsverträgen.

Die ganze Diskussionist im Internet auf www.fr.de zu sehen.

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