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Laue Frühsommerabende auf der Dippemess.

Freizeit

Dippemess: Sonne und Hilfsbereitschaft am Osterwochenende

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Auf Frankfurts größtem Volksfest gibt es am Wochenende einen Osterbrunch für Obdachlose  und Karusselfahrten zum Null-Tarif.

Kinder-Kreischen, Dosen-Klappern und unter Pop-Musik gemischte Animations-Ansagen sind schon von Weitem zu hören. Die Frankfurter Dippemess hat Tradition. Mittlerweile auch fest etabliert ist der Osterbrunch für Obdachlose im Festzelt. Und das Wetter stimmt auch.

„Am ersten Wochenende haben wir noch Glühwein ausgeschenkt“, sagt Thomas Roie, Vorsitzender des Frankfurter Schaustellerverbands, der wie ein Kapitän in weißem Hemd und Sonnenbrille im Kassenhäuschen sitzt und das Riesenrad zum Drehen bringt. „Aber mit der Sonne kamen die Leute.“

Und das nicht zu knapp, wie am langen Osterwochenende auf dem Festplatz an der Eissporthalle zu sehen ist: Die Dippemess hat Fahrt aufgenommen. Statt warmem Wein für Wenige gibt es jetzt eiskalten „Slush“, der die Münder der Besucher bunt färbt. „Das sonnige Wetter ist sensationell und natürlich gut fürs Geschäft“, freut sich Natalie Eiserloh vom „Slush Point“, bei dem es das farbige Crushed Eis mit Geschmack von Blaubeere, Waldmeister oder Himbeer gibt.

Auf der Dippemess, die im nächsten Jahr 625-jähriges Jubiläum feiert, können sich Besucher allen Alters an 140 Ständen unterhalten und verköstigen lassen. Angefangen hat sie Mitte April, das Abschlussfeuerwerk am 5. Mai beginnt um 22 Uhr. Rund eine Million Besucher sollen bis dahin da gewesen sein.

Impressionen von der Dippemess

Mitarbeiter legen letzte Hand an.
Mitarbeiter legen letzte Hand an. © christoph boeckheler*
Und täglich grüßt das Monster mit den Riesenzähnen.
Und täglich grüßt das Monster mit den Riesenzähnen. © christoph boeckheler*
Lustig - oder nicht doch eher zum Gruseln?
Lustig - oder nicht doch eher zum Gruseln? © christoph boeckheler*
Wer ist denn da auf der Achterbahn unterwegs?
Wer ist denn da auf der Achterbahn unterwegs? © christoph boeckheler*
Reizüberflutung auf Frankfurts größtem Volksfest. © Renate Hoyer
Autoscooter.
Auch ein Autoscooter muss mal geschrubbt werden. © christoph boeckheler*
Bis spätabends war an Kettenkarussell und Co. noch viel los. © Renate Hoyer

Darunter der 30-jährige Lukasz, der mit seiner Familie vor dem „XXL Racer“ steht. Sie blicken mit großen Augen in die Höhe, wo sich vorwiegend Jugendliche in 55 Meter Höhe für je sechs Euro herumschleudern lassen. „Es ist so“, erklärt er zögerlich. „Wir würden irgendwie auch gerne mitfahren, aber wahrscheinlich trauen wir uns nicht.“ Die elfjährige Luisa aus dem Dornbusch kommt mit ihren Eltern von der Wildwasserbahn und freut sich über die Erfrischung der Wassertropfen. „Ich war heute schon Autoscooter fahren, im Kettenkarussell und beim Wasserball.“ Marianna, die vor dem „Kinder Highway“ wartet, war schon gestern hier. „Wir lieben Kirmes! Am besten hat ihr das 9D-Kino gefallen. „Das war super cool.“ Dann kommt ihre kleine Tochter zurück: „Nochmal!“

Seltene Besucher sind die Frankfurter Wohnungslosen. Für den Karsamstag organisierte die „Bernd Reisig Stiftung – helfen helfen“ zum siebten Mal den Osterbrunch. Die rund 400 Gäste wurden von Bürgermeister Uwe Becker (CDU) begrüßt und im Festzelt bei Live-Musik bedient. „Es gab Grüne Soße, Kartoffeln und Schnitzel und natürlich auch Nachschlag“, sagt Gastronom Dennis Hausmann von der Festwirt-Familie, die die Örtlichkeit und das Servicepersonal stellte. „Das sind ja oft ganz normale Leute. Da würde man niemals denken, dass sie obdachlos sind.“ Die Stimmung sei ausgelassen gewesen, erst recht, als die Fahrgeschäfte gratis Runden drehten. „Das ist schön zu hören, wenn jemand sagt: Ich bin seit 30 Jahren nicht mehr Karussell gefahren, das war voll geil.“ In der kommenden Woche, sagt Thomas Roie, werden für bestimmte Kinder und Jugendliche zum symbolischen Eintrittspreis die Fahrgeschäfte geöffnet.

Öffnungzeiten: Montag bis Donnerstag 14 Uhr bis 23 Uhr, am Wochenende von 12 Uhr bis 24 Uhr. Donnerstags ist Familientag, alles zum halben Preis.

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