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Für den Einsatz von Tablets und Computern im Unterricht brauchen die Schulen vor allem ein stabiles WLAN.
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Für den Einsatz von Tablets und Computern im Unterricht brauchen die Schulen vor allem ein stabiles WLAN.

Wahlprüfstein: Bildung

Kommunalwahl in Frankfurt: Digitalisierung der Schulen läuft schleppend

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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WLAN gibt es an den meisten Frankfurter Schulen immer noch nicht. Denn das Thema sorgte für viel Streit in den vergangenen Jahren.

Frankfurt – An ihrem ersten Arbeitstag als Bildungsdezernentin hat Sylvia Weber (SPD) angefangen, die Einführung von WLAN an Frankfurter Schulen auf den Weg zu bringen. Ein Konzept sollte entwickelt werden. Das war im Juli 2016. Fast fünf Jahre später ist WLAN an Schulen immer noch ein Thema. Denn drahtloses Internet gibt es an den meisten Schulen weiterhin nicht. Kaum ein anderes Thema hat in der gesamten Wahlperiode für so viel Streit gesorgt. Gerade auch in der Pandemie. Es ist klar geworden, wie viel in Frankfurt aufzuholen ist in Sachen Digitalisierung von Schulen.

Distanzunterricht von Schulen in Frankfurt aus nicht möglich

Lehrkräfte müssen nach Hause fahren, um dort den Distanzunterricht abzuhalten, weil es in der Schule nicht genügend Möglichkeiten gibt. Wechselunterricht, bei dem der eine Teil der Klasse den Unterricht in der Schule zu Hause live mitverfolgt, ist in der Regel nicht machbar. Zu Beginn der Pandemie waren sogar aus Datenschutzgründen Mikrofone und Kameras an den Geräten deaktiviert – wenn es sie überhaupt gab. WLAN in den Schulen wäre sicher hilfreich in so mancher Situation derzeit. Und auch ohne Coronapandemie wäre es eigentlich schon längst Zeit, die Kreide auszurangieren. Doch in Frankfurt geht alles nur schleppend voran.

Parteien fordern bei Kommunalwahl in Frankfurt mehr Digitalisierung

Nun fordern alle Parteien, dass es mit der Digitalisierung vorangehen solle. Im Wahlprogramm der CDU steht, dass „WLAN und eine ausreichende Glasfaserverbindung an allen Frankfurter Schulen eine Selbstverständlichkeit sein müssen“.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die CDU hat jahrelang mit dafür gesorgt, dass die Schulen nicht ans drahtlose Internet angeschlossen werden. Vor allem SPD und CDU haben sich gestritten. Kompromisse wurden geschlossen und scheiterten wieder. Es ging vor allem um die Frage des Anbieters. Im Mai 2020 – also als Corona das Schulleben bereits umgekrempelt hatte – beschloss der Magistrat die Einführung von WLAN an allen Schulen, im Juli stimmten auch die Stadtverordneten dafür. Die Schulen sollen bis 2024 ans städtische Netz angeschlossen werden. Weber hat das nun beschleunigt und Ende dieses Jahres sollen 100 Schulen über WLAN verfügen, die restlichen 67 Schulen sollen im nächsten Jahr folgen. Die FDP will aber lieber schnellstens alle Schulen mit offenem WLAN und Jugendschutzfilter ausstatten.

Auch Zahl der Schüler:innen in Frankfurt steigt

Aber nicht nur WLAN war Thema in den vergangenen fünf Jahren. Auch der Anstieg der Schüler:innenzahlen. Allein an den Grundschulen lernen in diesem Schuljahr über 1000 Kinder mehr als im Jahr zuvor. Einig sind sich alle, dass neue Schulen gebraucht werden. Weber stellt jedes Jahr den Bedarf an neuen Schulen fest, danach müssen in den nächsten zehn Jahren 24 neue errichtet werden. Kostenpunkt: 1,5 Milliarden Euro. Vorgesehen sind neben den Grundschulen auch Gymnasien und Gesamtschulen. Allerdings ist die Aufteilung der Schulformen weiterhin umstritten.

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Ärger hat es in der Wahlperiode auch um die Essensversorgung an Schulen gegeben, nachdem an der IGS Nordend die kleine Cantina Buen Barrio die Ausschreibung gegen den Großkonzern Sodexo verloren hatte. Weber überarbeitete zwar die Kriterien für die europäische Ausschreibung, um mehr kleine und regionale Caterer zum Zuge kommen zu lassen. Doch der Versuch scheiterte. Die Dezernentin will nun, dass die Stadt selbst die Essensversorgung übernimmt. Auch soll das Mittagessen an allen städtischen Schulen kostenlos sein. Dafür setzt sich auch die Linkspartei ein.

Bildung wird in Frankfurt auch nach Kommunalwahl Herausforderung bleiben

Angesichts der steigenden Kinderzahlen in Frankfurt wird auch deren Betreuung in der nächsten Wahlperiode eine Herausforderung in der Kommunalpolitik bleiben. Ab 2025 gibt es zudem einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschüler:innen. Alle Parteien setzen sich auch für deren Ausbau ein. Vor dem Amtsantritt der SPD-Bildungsdezernentin war das Dezernat jahrzehntelang in der Hand der Grünen gewesen.

Weil der Ausbau der Ganztagsschule vorangebracht werden sollte, durften keine Horte mehr eröffnet werden. Doch damit ging es nicht schnell genug voran, daher hat Weber wieder eingeführt, dass Hortplätze geschaffen werden können. Dennoch trieben in den vergangenen Jahren immer wieder fehlende Betreuungsplätze Eltern von Grundschulkindern aus verschiedenen Stadtteilen in den Bildungsausschuss. (Sandra Busch)

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