Neu als Ort im Luminale-Programm ist der Universitäts-Campus im Frankfurter Westend, hier das Hauptgebäude mit Löwenprojektion.
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Neu als Ort im Luminale-Programm ist der Universitäts-Campus im Frankfurter Westend, hier das Hauptgebäude mit Löwenprojektion.

Festival des Lichts  

Digitale Schwäne in Frankfurt

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Luminale vom 12. bis zum 15. März in Frankfurt und Offenbach verbindet in diesem Jahr Romantik und modernste Lichttechnik und bietet mit 110 Projekten so viel Programm wie nie.

Weiße Schwäne ziehen ihre Kreise über dem nächtlichen Rechneigrabenweiher in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Erst wer ganz genau hinschaut, erkennt, dass die Tiere digital erzeugt worden sind. Der Tanz der Schwäne im Dunkeln ist eines der 110 Projekte der Luminale, der Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, die vom 12. bis 15. März 2020 in Frankfurt und Offenbach ausgerichtet wird.

Diese zehnte Auflage des Festivals ist so groß und umfassend wie noch nie, ausgedehnt auf vier Tage und zahlreiche neue Spielstätten. Hinzugekommen sind etwa der Campus Westend der Goethe-Universität oder der Club „Le Panther“ im Frankfurter Anlagenring. Die Fahrgasse, der zentrale Ort der Galerien in Frankfurt, wird sich in einen „Blauen Raum“ verwandeln. Alle Galeristen, aber auch alle ansässigen Gastronomen sind beteiligt, wenn die Fahrgasse in blaues Licht getaucht wird. Eine Atmosphäre soll entstehen, die mit Musik zum Tanzen einlädt.

Die Farbe Blau ist dabei kein Zufall, denn das thematische Motto der Luminale 2020 lautet „Digital Romantic“. Es geht um die künstlerische Verbindung zwischen der historischen Zeit der Romantik und der modernsten Lichttechnik – auch mit Blick darauf, dass im Jahre 2021 am Großen Hirschgraben im Frankfurter Stadtzentrum das Deutsche Romantikmuseum eröffnet werden soll.

Kunstwerke an Unorten

Neben dem Rechneigrabenweiher wird auch der Bethmannweiher unter dem Titel „Ariadnes Nacht“ als romantischer Ort inszeniert. Ein weiterer wichtiger Schauplatz ist der Römerberg. Thema hier ist der 30. Geburtstag dreier wichtiger Städtepartnerschaften Frankfurts: 1990 wurden nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Leipzig, Budapest und Prag Partner der Kommune am Main. Drei Künstlerteams aus diesen Städten inszenieren die Fassade des Römers mit Licht, beziehen dabei aber auch die historische Nikolaikirche ein.

Im Garten des Karmeliterklosters installiert der Berliner Künstler Malte Kebbel drei rotierende Lichtkunstwerke aus gebogenen Titanspiegeln. Die Kirche St. Antonius im Westend, die inmitten der Hochhäuser überlebt hat, nimmt der Frankfurter Konzeptkünstler Michael Riedel mit sechs seiner Schüler aus der Meisterklasse der Hochschule für Buchkunst in Leipzig ins Visier. Sie zeigen Kunstwerke bewusst an wenig belebten „Unorten“ der Kirche, während sie das Hauptschiff aussparen.

Doch bei der Luminale geht es um mehr als nur um Kunst. Längst ist es auch das Ziel, in Diskussionen einen nachhaltigen Beitrag zur Frankfurter Stadtentwicklung zu leisten. Ort der Debatte ist das Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, im Frankfurter Stadtzentrum, das erneut als Festivalzentrum fungiert.

Am 13. März ist die „Hochhausstadt Frankfurt“ Thema, am 14. März stellen sich Künstlerinnen und Künstler dem Gespräch mit dem Publikum. Der 15. März ist dem spannungsreichen Verhältnis von Stadt und Natur gewidmet.

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