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Die Hygieneregeln an Schulen sind streng und gelten auch für Eltern, wenn sie zu Beratungsgesprächen kommen.
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Die Hygieneregeln an Schulen sind streng und gelten auch für Eltern, wenn sie zu Beratungsgesprächen kommen.

Schulwahl

Digitale Blicke in Frankfurter Klassenzimmer

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Viertklässlerfamilien sind auf der Suche nach einer passenden weiterführenden Schule. Die Schulen bereiten sich daher auf Tage der offenen Türen unter Pandemiebedingungen vor.

Normalerweise beginnt nun die Rennerei für Viertklässlereltern. Von einem Tag der offenen Tür zum anderen. Die Wochenenden sind vollgepackt mit Schulbesuchen. Sie schauen in Klassenzimmer, lauschen Schulchören, studieren Stundenpläne und Konzepte. Schließlich soll die bestmögliche weiterführende Schule fürs Kind gefunden werden.

Termine

Die Eltern erhalten Antragsformulare, die sie bis zum 5. März ausfüllen und in der Grundschule abgeben müssen. Sie können darin zwei Wünsche für weiterführende Schulen angeben. Zudem wird gefragt, ob im Fall einer Zuweisung mehr Wert auf die gewünschte Schulform oder die bessere Erreichbarkeit gelegt wird. Wer etwa zwei Gymnasien wählt, kann so signalisieren, dass an eine näher gelegene IGS oder KGS zugewiesen werden kann.

Die Erstwunschschulen sichten die Anmeldebögen und wählen Schülerinnen und Schüler aus, die sie aufnehmen wollen. Bei der Auswahl dürfen Schulleitungen die Kriterien anwenden, die aus § 70 des Hessischen Schulgesetzes hervorgehen. Das sind besondere soziale Härtefälle, der Wunsch nach der ersten Fremdsprache und der Wunsch nach einer Aufnahme in einen vom Kultusministerium bestätigten Schwerpunkt (Musik und Sport). Geschwisterkinder dürfen bevorzugt aufgenommen werden, müssen aber nicht. Hat eine Schule nach Abarbeitung der Kriterien mehr Anmeldungen als Plätze, lost sie die Schüler:innen aus.

An die Zweitwunschschule werden die Anmeldebögen der Schülerinnen und Schüler von der Erstwunschschule weitergegeben, die dort nicht zur Aufnahme vorgesehen sind. Die Zweitwunschschulen sichten – sofern sie freie Plätze haben – die Anmeldungen und wählen Schülerinnen und Schüler ebenfalls nach Anwendung der gesetzlichen Kriterien für die Aufnahme aus. Gegebenenfalls wird auch dort gelost. Anträge, die auch an der Zweitwunschschule nicht positiv beschieden werden konnten, werden an das Staatliche Schulamt geschickt.

Bei der Verteilerkonferenz im Mai wird allen Schülerinnen und Schülern, die bis dahin nicht zur Aufnahme an einer der Wunschschulen vorgesehen sind, ein Schulplatz im gewünschten Bildungsgang zugewiesen.

Am 27. Mai gehen die Bescheide in die Schulpost. Zudem versenden die Schulen, die nicht alle Erst- oder Zweitwünsche erfüllen konnten, eine Absage mit einer kurzen Begründung. sabu

Doch wie so vieles momentan laufen auch die Tage der offenen Türen an den Schulen nicht so ab wie immer. Die Schulen können wegen der Pandemie nicht einfach ihre Türen öffnen. Einblicke in ihr Schulleben geben sie aber dennoch. Viele haben digitale Angebote entwickelt. Sie präsentieren sich in Videos auf den Homepages, bieten virtuelle Schulrundgänge, digitale Sprechstunden und Videochats an,

Am Adornogymnasium „arbeiten wir seit dem Sommer an einem digitalen Tag der offenen Tür“, sagt Schulleiter Mathias Koepsell. Denn schon da sei ihnen bewusst gewesen, dass es keinen Tag der offenen Tür unter normalen Bedingungen geben wird. Schließlich seien im vergangenen Jahr mehr als 3000 Interessierte gekommen. „Uns war klar, dass wir unter Corona-Bedingungen das nicht im Griff haben können.“

Deshalb eben wird schon seit Monaten über den digitalen Tag der offenen Tür nachgedacht. „Wir haben uns ganz viele Sachen für die Kinder überlegt“, sagt der Schulleiter. Denn auf jeden Fall solle es am 6. Februar einen kindgerechten Tag der offenen Tür geben. „Die Eltern können ansonsten auch die Homepage anschauen“, sagt Koepsell. „Am Tag der offenen Tür wollen sie doch aber sehen, wie wir mit den Kindern umgehen.“ Was genau an diesem Tag passieren wird, will Koepsell nicht verraten. Das wird dann auf der Webseite zu sehen sein. „Es wird eine riesige Überraschung.“

Auch an der Johanna-Tesch-Schule in Bockenheim laufen die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür am Samstag, 16. Januar. Schulleitung und Lehrkräfte empfangen dann Eltern zu Einzelgesprächen. Nach Anmeldung und unter Einhaltung der Hygieneregeln natürlich. „Die Eltern kommen über unterschiedliche Eingänge, nach 25 Minuten Einzelberatung wird fünf Minuten gelüftet“, sagt Schulleiterin Anette Günther.

Daneben gibt es aber auch auf der Webseite Filme, die „einen Eindruck geben, wie wir denken“, sagt Günther. Und am 20. Januar findet ein Online-Informationsabend um 19 Uhr statt. „Alles zusammen bekommt man schon ein rundes Bild von der Schule“, sagt Günther.

Ein rundes Bild der Schule will auch das Lessinggymnasium vermitteln. Digital. Schülerinnen und Schüler haben für den Tag der offenen Tür am 6. Februar Videos gedreht. Mal mit Lehrkräften, mal ohne. Auch der jährliche Vortrag von Schulleiter Bernhard Mieles ist schon aufgenommen. Zudem soll es Gelegenheit für die Eltern geben, online Fragen zu stellen. Aber der Schulleiter glaubt auch: „Die Schulatmosphäre lässt sich im Internet nicht so gut vermitteln.“

Er empfindet es als „Nachteil, nicht in physischer Präsenz für das kleine familiäre Gymnasium werben zu können“. Denn nach dem Tag der offenen Tür würden Eltern oft die besondere Atmosphäre rückmelden. „Das ist oft maßgeblich für die Schulwahl.“ Normalerweise nehmen Oberstufenschüler:innen etwa die Viertklässler und Viertklässlerinnen beim Tag der offenen Tür an die Hand und zeigen ihnen die Schule. „Da entstehen Gespräche und Stimmungen, das ist online nur schwer vorstellbar“. Er findet das sehr schade, aber: „Wir sind da ja nicht die Einzigen, denen es so geht.“

Da wegen der Pandemie weder Informationsabende zum Übergang an die weiterführende Schule vom Staatlichen Schulamt noch Veranstaltungen an Schulen stattfinden können, rät der Stadtelternbeirat, sich im Internet umzusehen. „Eltern sollten die Homepages der Schulen sichten und die Online-Angebote wahrnehmen“, sagt Nicole Fontaine vom Ausschuss Übergang 4/5 des Stadtelternbeirats. Um einen persönlichen Eindruck zu bekommen, könnten auch die Schulelternbeiräte der favorisierten Schulen kontaktiert werden. „Da kann man ganz konkrete Fragen stellen.“

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