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Wer die beste Grüne Soße der sieben Finalisten gemacht hatte. entschied das Publikum.

Grüne Soße Festival Frankfurt

Wer hat die beste Grüne Soße?

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Das zehnte Mal feiert Frankfurt das Grüne Soße Festival. Und es gibt einen Überraschungssieger im Festzelt am Roßmarkt. 640 Menschen haben abgestimmt, wer die beste Grüne Soße macht.

BKSKSPP steht in weißer Schrift auf dem grünen Plakat auf dem Roßmarkt. Keine Sorge, das ist weder die Abkürzung einer neuen Castingshow noch die von zwei Boybands, die sich wiedervereint haben. Die Buchstaben stehen für die sieben Kräuter, die ein Muss für die Grüne Soße sind: Borretsch, Kerbel, Schnittlauch, Kresse, Sauerampfer, Pimpinelle und Petersilie. Und genau diese haben 640 Gäste am Samstagabend beim Finale des Grüne-Soße-Festivals im Festzelt gefeiert. Kein Platz bleibt leer. Es ist der zehnte Geburtstag der Veranstaltung, die immer sieben Tage lang dauert. Jeden Tag gibt es einen Sieger, der Koch, der laut Zuschauern, die beste Soße hinbekommen hat. Es sind: das Gasthaus zum Einhorn, der Waldgasthof Gundelhard, das Apfelweinlokal „Zum lahmen Esel“, Das Landwehrstübchen, Die Kastanie, das Tourismus Trio der Stadt Frankfurt und Apfelwein Wagner.

„Alle sieben Tagessieger treten jetzt im Finale gegeneinander an“, sagt Anton Le Goff, die Frau, die als Anton seit zehn Jahren die Abende durchmoderiert und ganz showmastermäßig auch Textzeilen wie „Frankfurt du bist so erotisch“ singt und Scherze macht, die an TV-Zeiten mit Dieter Thomas Heck erinnern.

Le Goff erzählt, dass es das Grüne-Soße-Festival Anfang des Jahres in die „New York Times“ geschafft habe, als besonderes Event in Deutschland, das man besuchen sollte. Der Teil stimmt. Aber dann kommt der Witz dazu: „Make America green again. So macht man Demokratie.“ Die Gäste lachen wie auch über ein paar Offenbach-Witzchen und über die roten Zipfelmützen der Band, die „Andi und die Gartenzwerge“ heißt. Und auch die Komikerin Hilde aus Bornheim, die ihren Mann auf der Autobahn vergessen hat, kommt an. „Also wir sind hauptsächlich wegen der Grünen Soße hier“, sagt Peter Frauenstein aus Oberursel. Es ist das vierte Mal, dass er mit seiner Frau Simone in diesem Zelt sitzt. „Aber zum ersten Mal sind wir beim Finale. Wir wollten einfach mal die besten sieben Soßen probieren. Da muss ja jede eigentlich gut schmecken“, sagt er.

Und er ist ein Grüne-Soße-Experte: „Wenn Saison ist, bestelle ich in jedem Restaurant, egal, ob ich Schnitzel oder Salat esse, ein Schälchen Grüne Soße dazu“, sagt er. Und: „Wir haben auch schon mal zu Hause mit Freunden ein eigenes Grüne-Soße-Festival gemacht. Da habe ich gewonnen“, sagt er und lacht. Und da sind seine Frau und er sich einig: „Die Grüne Soße muss pampig, also bloß nicht zu flüssig sein. Gerne auch mit Mayonnaise.“ Sie sitzen im hinteren Teil des Zelts an Tisch 44, die Tickets kosten 71 Euro. „Das waren die letzten Plätze und wir haben diese schon im November gekauft“, sagt Frauenstein.

Für das Geld bekommt man drei Stunden Show und in sieben nummerieren Gläschen die Grüne Soße der Finalisten an den Tisch gebracht. Dazu gibt es noch Brot, eine große Kartoffel und harte Eier. Aber erst nach der Pause. Und die ist nach anderthalb Stunden: Davor singt Matthias Keller von den U-Bahn-Kontrollören in tiefgefrorenen Frauenkleidern „Champs-Élysées“, der Polizeichor „Die Preußen“ die Eintracht-Hymne „Im Herzen von Europa“ und auch Frankfurts Schlagerkönig Roy Hammer und die Pralinées sind gekommen und singen, „eine grüne Soße ist wie ein neues Leben“. Dann wird es ernst: Beim Grüne-Soße-Test probiert Simone Frauenstein erst mal von jeder Soße ein Löffelchen und entscheidet sich dann für Gläschen Nummer 1. „Jetzt kann ich in Ruhe weiteressen.“

Ihr Mann rät: „Immer zwischen jeder Grünen Soße ein bisschen Kartoffel essen. Das neutralisiert, das ist wie bei der Weinprobe mit dem Brot.“ Apropos Wein, ihr Tischnachbar riecht erstmal die Soßen. „Die riechen alle super.“ Aber beim Schmecken gibt es große Unterschiede: Eine Soße kommt gar nicht an. „Zu sauer“, so Simone Frauenstein. Am Tisch 44 entscheidet sich die Mehrheit ganz klar für die Nummer 5 und macht dort ihr Kreuzchen.

Und diese gewinnt dann auch das Finale: Es ist das „Tourismus-Trio der Stadt Frankfurt“: Bestehend aus Stadtrat Markus Frank, Thomas Feda, Geschäftsführer Tourismus+Congress und Eduard Singer, Generaldirektor Hessischer Hof. Sie sind schon immer dabei, aber es ist ihr erstes Mal im Finale und dann gleich Platz 1. „Wenn das mit der Politik nichts mehr ist, mache ich dann in Grüne Soße“, sagt Frank und lacht. Er ist auch der Schirmherr des Festivals. Platz 2 geht an den Sieger der vergangenen beiden Jahre, „Apfelwein Wagner“, und Platz 3 gewinnt das Gasthaus zum Einhorn in Bonames. Und dann treten nochmal Roy Hammer und seine Gesangskollegin Trude auf die Bühne mit dem Lied „Für mich soll es grüne Soße regnen.“ Kurz fragt man sich, ob wohl Frau Knef im Himmel gerade wütend wird? Dem Publikum gefällt es. Ein Herr sagt zu seiner Frau: „Geiler geht es nicht.“

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