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Rola-Rola-Akrobatik vollzieht der portugiesische Artist Kevin Chaves auf Skateboards.

Great Christmas Circus

Ballett auf der Schulter, Clowns und Nachos

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Die sechste Auflage des Great Christmas Circus ist zurück. Zur Premiere feierten über 1000 Zuschauer die internationalen Artisten.

Die lässigste Art, die sandige Zirkusmanege zu betreten, hat definitiv Kevin Chaves. Auf einem Motorrad fährt der junge Portugiese ins Scheinwerferlicht. Unter seiner Lederweste trägt er nichts. Mit dabei hat er viel Ego, Speed und, na klar, eine hübsche Lady, die hinter ihm sitzt. „Er sieht ein bisschen aus wie der junge Michael Jackson. Nur mit mehr Muskeln“, sagt Zuschauerin Miriam (16) aus Bad Vilbel. Und ja, das Outfit, die gegelten Locken erinnern an den schönen, noch nicht kaputtoperierten Michael Jackson.

Statt mit Zombie-Moves beeindruckt Chaves allerdings mit Rola-Rola-Akrobatik. Heißt wirklich so. Chaves stapelt auf dem Gepäckträger des Motorrads bis zu vier Skateboards auf einem Brett, das wiederum auf einer Rolle liegt. Auf diesem Wackelturm balanciert er - und schafft es zumindest für ein paar Sekunden, einen Handstand zu halten. Das Publikum jubelt. Willkommen bei der Premiere des „Great Christmas Circus“ am Freitagabend am Ratsweg.

Fast kaum ein Platz bleibt frei, 1200 Zuschauer sind gekommen. Eine Liveband spielt. Vor Showbeginn gibt es nicht nur vor dem Zelt lange Wartemomente für die Autofahrer, sondern auch beim Hineingehen. Eine Mutter hat Angst, ihre kleine Tochter in der Menge zu verlieren, und sagt: „Entweder du gibst mir deine Hand, oder ich muss dich am Pferdeschwanz festhalten.“

Die Luft riecht nach Nachos, Popcorn und nach Pferden. Das sind die einzigen Tiere, die bei der sechsten Auflage der Weihnachtsshow des Circus Carl Busch dabei sind. Und zwar bei der Dschigiten-Reiterei der Khadikov-Truppe: Die Reiter springen nicht nur auf die galoppierenden Pferde auf und wieder von ihnen ab, sondern stehen oder hängen auch in allen denkbaren Positionen an den Tieren. Zudem gibt es eine Pferde-Dressurnummer von Natascha Wille-Busch. Ansonsten sind es eben Menschen, die Kunststücke vollziehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es diesmal nicht wie in den Vorjahren Proteste von Tierschützern vor dem Zelt gibt. „Das Programm ist jedes Jahr komplett neu, und wir haben immer andere internationale Künstler“, sagt Pressesprecher Sven Rindfleisch.

Wichtig sei, dass das Programm Kindern, aber eben auch Erwachsenen gefalle. Wenige Stunden zuvor war die Generalprobe der Artisten, die sonst voneinander getrennt in der ganzen Welt auftreten. Zum ersten Mal sind Künstler aus China dabei. Und die Nummer des Duos Changzhi, deren eigentlicher Arbeitgeber der chinesische Staatszirkus ist, ist kein normales Ballett. Die Nummer heißt „Ballett on Shoulders“. Damit war das Paar sogar schon beim RTL Supertalent – und beeindruckte da Dieter Bohlen und Millionen von TV-Zuschauern. Und auch das Frankfurter Publikum kann es kaum fassen, als Zhang Jiaxing auf der Schulter ihres Partners Guo Zhimin tatsächlich auf einem Bein auf Spitze steht und sich dann auch noch auf seinem Bizeps dreht. Am Ende posiert sie sogar auf seinem Kopf. Ebenfalls beim Supertalent war Rachel Simemoneit-Bauer. Die hübsche junge Frau verzaubert mit ihrer grazilen Luftakrobatik-Nummer: An einem schwebenden Vogelkäfig turnt sie entlang.

Zwischen den Auftritten sind es nicht nur die Clowns, die die Zuschauer bei Laune halten. Sondern auch die Showtanz-Gruppe La Bouche, die sich in sexy Outfits als Weihnachtsfrauen oder irische Tänzerinnen präsentiert. Erst im roten Kleid, dann im roten Spitzenbody lässt sich Nancy Stauberti an ihrem Zopf ganz weit hochziehen. Als Teil des Duos Stauberti kommt sie wieder. In Monte Carlo hat das Duo den Silbernen Clown gewonnen. Es führt die alte japanische Balancekunst Perche vor. Staubertis Partner Dimitr fährt auf einem Einrad, balanciert eine fünf Meter lange Eisenstange auf seinem Kopf, auf der sie schließlich turnt.

Zweieinhalb Stunden dauert der Abend. „Die Pferdenummer fand ich ganz schön, aber ich frage mich, ob die Tiere da auch Lust drauf haben?“, so Miriam. Ihre Freundin Michelle sagt. „Am besten fand ich den Mountainbike-Artist, der über seine Partnerin gesprungen ist. Da hätte ich stundenlang zuschauen können.“

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