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Einblick: OB Feldmann führt Besucher durch den Frankfurter Römer.

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Die Störenfriede

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Die „Fridays for Future“-Aktivisten von heute sind genau das, was die Grünen vor 38 Jahren im Frankfurter Römer waren: Störenfriede im etablierten Politikbetrieb. Der Kommentar.

Ein Blick zurück auf den 22. April 1981. Eine neue Partei zieht zum ersten Mal in den Plenarsaal des Frankfurter Römers ein. Ihre Vertreter tragen Gasmasken und halten Topfpflanzen in den Händen. Die etablierten Fraktionen verfolgen den Auftritt mit erstarrten Gesichtern. Einer von der CDU ruft: „So ein Pack!“ Die neue Partei sind die Grünen.

17. Juni 2019: Eine neue Bewegung zieht zum ersten Mal in den Plenarsaal des Frankfurter Römers ein. Einige ihrer Vertreter bringen Topfpflanzen mit. Die etablierten Fraktionen verfolgen den Auftritt mit erstarrten Gesichtern. Die neue Bewegung heißt „Fridays for Future“.

Die Klima-Aktivisten von heute sind genau das, was die Grünen vor 38 Jahren waren: Störenfriede im etablierten Politikbetrieb. Und die politische und kulturelle Kluft zwischen den Regierenden und den Protestierenden von heute ist ähnlich groß wie damals.

Heute sind die Grünen eine etablierte bürgerliche Partei. Aus ihrer Sicht bewegen sich die Aktivisten von „Fridays for Future“, wenn sie sich im Römer-Umweltausschuss lautstark bemerkbar machen, „an der Grenze“. Das entbehrt nicht der Ironie.

Anfang der 80er Jahre haben die Grünen im Römer lange kämpfen müssen, bis sie erste Erfolge erzielten. Die große Koalition von CDU und SPD ließ sich damals erst mal nicht von ihrem Kurs abbringen.

Und heute? Die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen hält Kurs. Den Klimanotstand will sie nicht ausrufen, es handele sich um Symbolpolitik. Für die nächste Woche sagen die Meteorologen in Frankfurt 39 Grad voraus. Ganz konkret, kein bisschen symbolisch. Für den Herbst bereitet die Römer-Koalition einen Klimaschutzplan vor. „Fridays for Future“ demonstriert weiter, wie damals die Grünen.

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