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Kriminalität

Diebstähle in Frankfurt aufhistorischem Tief

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Aber das Bahnhofsviertel wird immer mehr zum eigenen Mikrokosmos. Starker Anstieg beim Straßenraub

Das Frankfurter Bahnhofsviertel läuft Gefahr, in Kriminalitätsstatistiken bald gesondert ausgewiesen zu werden. Thomas Seidel jedenfalls, der Leiter der Abteilung Einsatz im Frankfurter Polizeipräsidium, verkündete am Donnerstag, die Straßen der Stadt seien so sicher wie nie zuvor – um auf Nachfrage einzuräumen, das Bahnhofsviertel müsse als Sonderfall ausgeblendet werden.

Im vergangenen Jahr wurden 556 Fälle von Raub auf Frankfurts Straßen erfasst. Davon wurden laut Statistik allein 234 im Bahnhofsviertel verübt, im gesamten übrigen Stadtgebiet nur 322. Im Bahnhofsviertel ist die Zahl der Raubdelikte auf offener Straße somit gegenüber 2019 um 92 oder 64,8 Prozent gestiegen. Seidel betonte, viele Raubdelikte seien innerhalb der Drogenszene verübt worden. Die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität lag 2020 bei 15 480 und ist seit Jahren rückläufig. 2016 gab es noch mehr als 20 000 Fälle.

Bahnhofsviertel

7619 Delikte wurden verübt. Das sind zwar weniger als 2019, allerdings nahmen vor allem Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (-15,1 Prozent) stark ab. Damit sank auch die Aufklärungsquote um 5,1 auf 64,1 Prozent, weil bei Drogendelikten Registrierung und Aufklärung oft identisch sind.

Deliktfelder wie Straßenraub (+64,8 Prozent), Taschendiebstahl (+47,1 Prozent) und Körperverletzung (24,9 Prozent) nahmen hingegen stark zu. ote

Verantwortlich dafür ist vor allen die Entwicklung bei Diebstählen, deren Rückgang in den vergangenen Jahrzehnten eklatant ist. Seit 1992 sind die Diebstähle auf der Straße um 64 Prozent zurückgegangen. Dabei stieg die Einwohnerzahl im gleichen Zeitraum um mehr als 100 000. Die Polizei verweist daher in der Statistik gerne auf die Häufigkeitszahl pro 100 000 Einwohner:innen. Diese Zahl lag bei den Straftaten insgesamt im vorigen Jahr bei 13 479, dem niedrigsten Wert seit 1980. Im Jahr 1987 waren es noch 24 388 Straftaten pro 100 000 Einwohner:innen. Bei Diebstählen ist der Rückgang noch größer. 2020 gab es 3884 pro 100 000 Einwohner:innen, 1987 noch 16 945. Somit gab es 1987 mehr Diebstähle pro 100 000 Einwohner:innen als im vergangenen Jahr Straftaten insgesamt.

Nicht ganz so erfreulich ist die Entwicklung bei den Tötungsdelikten. 2020 wurden 67 sogenannte Straftaten gegen das Leben verübt, elf weniger als 2019, aber mehr als in den Jahren 2016 bis 2018. Drei Viertel aller Fälle im vorigen Jahr blieben im Versuchsstadium; 14 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Straftat. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktfeld lag fast unverändert bei 85,1 Prozent und damit deutlich höher als insgesamt.

Die Frankfurter Polizei klärte im vergangenen Jahr 68 Prozent der Straftaten auf, besonders niedrig war die Quote bei Wohnungseinbrüchen (10 Prozent). Polizeipräsident Gerhard Bereswill sprach insgesamt von einem „erfreulichen Wert“. 2016 betrug die Aufklärungsquote 61 Prozent.

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