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Die zweite Frankfurt Fashion Week startet pandemiebedingt in kleiner Ausgabe

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Von: Helen Schindler

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Eine der wenigen echten Veranstaltungen ist der Catwalk des Frankfurter Designers Maurice Martinez. Der seine Kollektion seines Labels Maumar bei der Frankfurt Fashion Lounge zeigt. Tänzerin Viktoria Nowak ist der Opening Act. Foto: Alex Kappler
Eine der wenigen echten Veranstaltungen ist der Catwalk des Frankfurter Designers Maurice Martinez. Der seine Kollektion seines Labels Maumar bei der Frankfurt Fashion Lounge zeigt. Tänzerin Viktoria Nowak ist der Opening Act. © Alex Kappler

Die große Messen und große Veranstaltungen fallen inmitten der Omikron-Welle auch bei der zweiten Frankfurt Fashion Week, die diesen Montag startet aus. Aber ein wenig Mode-Feeling gibt es dennoch in der Stadt.

Nachdem die erste Ausgabe der Frankfurt Fashion Week (FFW) im Sommer pandemiebedingt überwiegend digital stattfinden musste, waren alle Blicke und Hoffnungen auf den Januar 2022 gerichtet. Unter dem Motto „Reform the Future – Change is now“ (engl.: Verändere die Zukunft – der Wandel ist jetzt) findet die fünftägige Modewoche ab heute zum zweiten Mal in Frankfurt statt. Doch wieder macht die Pandemie dem Vorhaben zum Großteil einen Strich durch die Rechnung: Die Fachmessen mussten abgesagt werden, viele Veranstaltungen in der Stadt, sogenannte Side events (engl.: Nebenveranstaltungen), fallen aus oder werden erneut nur digital stattfinden.

„Es ist nicht zu leugnen, dass wir uns eine Frankfurt Fashion Week im Januar anders vorgestellt und gewünscht hätten“, sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Wir haben gedanklich alles investiert, dass wir jetzt physisch eine Fashion Week mit Messen und Präsentationen großer Marken stattfinden lassen können. Es ist anders gekommen – aus bekannten Gründen, die auch nachvollziehbar sind.“ Die Gesundheit aller Beteiligten stehe im Vordergrund. „Und da ist es aktuell nicht möglich und verantwortbar, eine Fashion Week im großen Rahmen durchzuführen“, sagt Schmidt. „Das veränderte Format ist allerdings attraktiv, aber bei weitem nicht das, was wir uns als Gesamtkonstrukt vorgestellt haben.“

Dieses veränderte Format hat nicht nur die Messe selbst auf die Beine gestellt: Viele Programmpunkte sind aus der Stadtgesellschaft heraus entstanden, etwa die Frankfurt Fashion Lounge. Sie gilt als „Official side event“, wird aber von der Messe nicht finanziell unterstützt. Wie im vergangenen Juli, bei der ersten Ausgabe der Modemesse in Frankfurt, ist sie eine der wenigen physisch stattfindenden Veranstaltungen.

Auch diesmal will die Frankfurterin Sevinc Yerli, die ein eigenes Modelabel namens Chili Bang Bang hat, dafür sorgen, dass zumindest ein wenig Mode-Stimmung in der Stadt aufkommt. Im Sofitel an der Alten Oper werden am Dienstag und Mittwoch acht Laufstegshows, darunter Llobbycats, Nechia und Maumar, außerdem zwei Shows in der Alten Oper, gezeigt. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir viele Frankfurter Designerinnen und Designer dabei haben“, sagt Sevinc Yerli. „Denn die Plattform ist speziell dafür da, deren Sichtbarkeit zu erhöhen.“

Frankfurt Fashion Week in der Stadt

Viele Veranstaltungen der zweiten Frankfurt Fashion Week vom 17. bis 21. Januar finden pandemiebedingt digital statt, große Shows fallen aus. Aber es gibt kleinere Veranstaltungen:

Die Ausstellung „Fashion im Kiez. Mode. Zukunft. Frankfurt“ zeigt vom 13. bis 21. Januar in den Schaufenstern von fünf Geschäften rund um die Leipziger Straße Ausstellungsstücke zum Thema Nachhaltigkeit in der Mode.

Christine Fehrenbach präsentiert nachhaltige hessische Mode- und Designlabels im „Space“ der E-Auto-Marke Polestar, Große Eschenheimer Straße 14, vom 17. bis 20. Januar, von 12 bis 19 Uhr. An allen Ausstellungstagen finden von 14 bis 15 Uhr Schaufenstertalks mit den Designer:innen statt.
Bei den „Pop-up-Ateliers by Jumeirah Frankfurt“ gibt es am 19. Januar von 11 bis 20 Uhr. die Möglichkeit, Kleidung und Accessoires, die am Vorabend auf dem Laufsteg „Continuous Love“ zu sehen waren, im Jumeirah Hotel, Thurn-und-Taxis-Platz 2, zu erwerben.

Christiane Wegner zeigt vom 17. bis 21. Januar jeweils von 11 bis 18 Uhr in der Schifferstraße 33 eine Vorschau ihrer Sommerkollektion.

Leonid matthias präsentiert eine Fashion-Ausstellung mit Mode und Stickkunst vom 17. bis 21. Januar, 11 bis 20 Uhr, in der Walter-Kolb-Straße 7.

Die Frankfurt Fashion Lounge findet am 18. und 19. Januar im Sofitel Frankfurt Opera, Opernplatz 16, statt. Gezeigt werden acht Laufstegshows von unterschiedlichen Designer:innen. An beiden Tagen ist auch der Showroom im Sofitel geöffnet. Dieser ist kostenlos, aber pandemiebedingt muss man sich vorab anmelden. Tickets gibt es nur noch für den 19. Janaur. Am 20. Januar findet dort von 14 bis 16.30 Uhr ein Fashion-Panel zum Thema Nachhaltigkeit statt. Anmeldung für alle Veranstaltungen ist erforderlich: www.frankfurtfashionlounge.de

Nachhaltige Mode in einer kuratierten Installation von Neonyt ist zu sehen am 18. Januar von 17.30 bis 18.30 Uhr im Danzig am Platz, Ostparkstraße 11. Nur für geladene Gäste.

Bei einer Podiumsdiskussion am 19. Januar, 19 bis 21 Uhr, wird im Haus am Dom, Domplatz 3, über „Fair Fashion“ diskutiert. hsr

Alle Veranstaltungen , weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung finden sich unter: frankfurt.fashion/schedule

Yerli ist sich sicher, dass alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden können. „Wir sind vom Sommer sehr geübt mit der Pandemie und haben die Plattform von Anfang an pandemiekonform gestaltet. Und ich möchte dazu sagen, dass Menschen, gerade Kreative, Grund zur Freude brauchen. Deswegen bestehe ich darauf, dass das Event stattfinden kann.“

Alle Veranstaltungen finden nach 2G-plus-Regeln statt, wobei sich auch Geboosterte testen lassen müssen, es gilt FFP2-Maskenpflicht auch am Platz. „Damit versuchen wir, eine gewisse Sicherheit für alle zu schaffen“, so Yerli. Pro Show seien maximal 80 Gäste zugelassen, im Nachhinein werden sie auf Youtube und anderen Kanälen veröffentlicht. Die Nachfrage sei hoch, zu einzelnen Shows gibt es aber noch Tickets ab 59 Euro unter frankfurtfashionlounge.de/tickets

Nachhaltigkeit und Digitales

Zum Programm der Fashion Lounge zählen neben Laufstegshows auch ein Showroom im Sofitel, in dem sich Designer:innen zwei Tage lang präsentieren können, ein Mentoringprogramm für Nachwuchsdesigner:innen sowie zwei Panels, eins zum Thema Nachhaltigkeit und eins zum Thema Digitalisierung – zwei der Leitthemen der FFW.

Olaf Schmidt freut sich über das Engagement aus der Stadtgesellschaft. „Hervorheben möchte ich die Kooperation mit Aaarea, einem Zusammenschluss aus elf Kreativagenturen, die Konzepte im öffentlichen Raum platzieren.“ Dazu zählen die Fotoausstellung „Runway (B)eautiful Ebene“ in der B-Ebene der Hauptwache mit über 70 Bildern von 25 Fotografinnen und Fotografen und die Ausstellungen des Frankfurter Modefotografen Helmut Fricke an verschiedenen Orten in der Stadt. Auch freut sich Schmidt, dass das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt, zum Beispiel bei einer Podiumsdiskussion im Haus am Dom sowie bei mehreren Veranstaltungen wie die Fashionsustain im Danzig am Platz, zu der geladene Gäste vor Ort sein werden, die aber auch gestreamt wird.

„Es gibt also viele Aktivitäten, auch wenn das nicht an das rankommt, was wir ursprünglich geplant haben. Aber die Fashion Week ist sichtbar in der Stadt und das ist uns auch ein ganz wichtiges Anliegen – dass die Fashion Week nicht an den Grenzen des Messegeländes endet, sondern dass die Bürgerinnen und Bürger das in der Stadt spüren.“

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