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Plastikflaschen, Kaffeebecher, Fastfood-Verpackungsmüll: Die Papierkörbe quellen über.

Nachhaltigkeit

Woche der Abfallvermeidung startet

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Laut Umweltdezernentin Heilig hat Corona die Fortschritte bei der Müllvermeidung zunichte gemacht. Die Aktionswoche lädt deshalb mit digitalen Aktionen zum Mitmachen ein.

Nachhaltig Sport treiben, Kosmetikprodukte selbst herstellen oder alte Elektroprodukte spenden – es gibt viele Möglichkeiten, nachhaltiger zu leben und Müll zu vermeiden. Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die am heutigen Samstag startet und bis Sonntag, 29. November, läuft, stellen auch in diesem Jahr zahlreiche Frankfurter Initiativen Ideen vor. Auch wenn die Aktionswoche coronabedingt hauptsächlich digital stattfinden wird, heißt das nicht, dass die Beteiligung abnimmt: 24 Initiativen, Verbände, Vereine und Unternehmen werden mit insgesamt 21 Aktionen auf das Thema aufmerksam machen.

„Viele haben sich neue Formate überlegt“, sagt Monika Dorn von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), die seit Beginn an und damit bereits zum vierten Mal die Koordination der Aktionswoche in Frankfurt übernommen hat.

Aktionswoche

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung findet in diesem Jahr zum 12. Mal statt, Frankfurt ist zum vierten Mal dabei.

24 Frankfurter Initiativen , Verbände, Vereine und Unternehmen beteiligen sich mit 21 Aktionen von Samstag, 21., bis Sonntag, 29. November.

Die Aktionswoche wird koordiniert von der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH.

In diesem Jahr findet der Großteil der Veranstaltungen online statt. Für einige ist eine Anmeldung nötig.

Laut Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), die die Schirmherrschaft des Projekts übernommen hat, hat die Corona-Epidemie bereits erzielte Erfolge in Sachen Müllvermeidung zunichte gemacht. Die vergangenen Monate hätten zum sprunghaften Anstieg der Müllmengen im öffentlichen Raum und in den Mülltonnen der Menschen zu Hause geführt.

Das liege unter anderem an dem gestiegenen Gebrauch von Einwegverpackungen durch den To-go-Konsum. Demgegenüber träten nachhaltige Lösungen und Müllvermeidung als gesellschaftliche Ziele in den Hintergrund. Gegen eben diese „temporäre Umkehrung von Prioritäten“ stemmt sich die Europäische Woche der Abfallvermeidung in diesem Jahr.

Dazu passend startet das Projekt „Einmal ohne, bitte“ von Zero Waste. Dieses hat zum Ziel, To-go-Müll in der Gastronomie zu vermeiden. „Interessierte Gastronomiebetriebe bekommen von uns Sticker, die darauf hinweisen, dass Kund:innen ihre eigenen Behältnisse mitbringen können, in die das Essen abgefüllt wird“, erläutert Tamara Laudt vom Arbeitskreis Zero Waste des Ernährungsrats. Eine der wenigen Aktionen, die nicht im Digitalen stattfinden, ist eine Spendenaktion der FES: Am Donnerstag, 26. November, können noch funktionstüchtige Elektroaltgeräte zur Spende auf dem Wertstoffhof Ost in Bornheim abgegeben werden. Im digitalen Raum gibt es diverse Workshops, Vorträge, Videoserien und Wettbewerbe. Greenpeace und Zero Waste geben in Do-it-Yourself-Videos Anleitungen zur Herstellung von Deo, Zahnpasta oder Waschmittel.

Dazu kommen Videoformate, etwa von der Laufgruppe „Tarahumara Fans“ über nachhaltiges Sporttreiben. „Wir sind die wohl nachhaltigste Laufgruppe der Welt“, sagt Elen Mary Machado von den Tarahumara Fans, die sich nach den mexikanischen Ureinwohnern, den „Fußläufern“, benannt haben. „Wir tragen Shirts aus kompostierbarem Polyester, laufen barfuß und achten auch ansonsten darauf, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen.“

Das vollständige Programm und Informationen zur Anmeldung finden sich unter: www.fes-frankfurt.de/ewav-2020.

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