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Die Umrüstung der Gaslaternen in Frankfurt stockt

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Von: Florian Leclerc

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Eine Gaslaterne in der Schäfflestraße im Riederwald. Foto: Rolf Oeser
Eine Gaslaterne in der Schäfflestraße im Riederwald. © Rolf Oeser

Die Stadt Frankfurt hinkt ihrem eigenen Zeitplan bei der Umrüstung der Gaslaternen hinterher. In dem Tempo wäre der Austausch erst 2046 beendet.

Die Stadt Frankfurt hat seit 2014 etwa 1400 Gaslaternen durch elektrische Leuchten ersetzt. Waren es 2014 noch 5467 Gaslaternen, gebe es nun rund 4000 Gaslaternen in der Stadt, wie Wolfgang Siefert, der persönliche Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitteilte. Umgerüstet wurde demnach ein Viertel des einstigen Bestands an Gaslaternen.

In Majers erster Amtszeit als Verkehrsdezernent hatten die Stadtverordneten die Umrüstung beschlossen. Sie sollte bis 2025 dauern. 59 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus.

Der Beschluss sieht vor, dass 1421 Gaslaternen eine LED-Beleuchtung erhalten. Diese Laternen stehen in Niederursel, im Dornbusch, in Griesheim, im Gallus, in Alt-Sachsenhausen, im Westend, im Nordend, in Eschersheim, im Ostend, im Riederwald und in Seckbach.

Umrüstung soll 7000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr sparen

In zwei Straßen im Dornbusch soll die Gasbeleuchtung erhalten bleiben, und zwar in der Anzengruberstraße und in der Mörikestraße. Das wurde als versöhnliche Geste an die Bürgerinitiative Dichterviertel verstanden, die sich für den Erhalt der Gaslaternen stark gemacht hatte.

Durch die Umrüstung sollten 7000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr und Kosten für Wartung und Betrieb gespart werden. Derzeit überweist die Stadt der Mainova jedes Jahr knapp 16 Millionen Euro für die Straßenbeleuchtung.

Doch die Umrüstung stockte bereits unter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der den Etat für den Austausch von 4,8 Millionen Euro auf 2,2 Millionen Euro halbierte. Oesterling führte Sparvorgaben des Kämmerers als Grund heran.

Derzeit liegt der Etat für die Umrüstung bei 2,5 Millionen Euro im Jahr. Da in acht Jahren ein Viertel der Gaslaternen umgerüstet wurden, würde es voraussichtlich weitere 24 Jahre brauchen, um die verbleibenden drei Viertel der Gaslaternen auszutauschen. Das Projekt wäre 2046 beendet. „Die weitere Umsetzungsgeschwindigkeit und damit die Restlaufzeit des Projektes hängen maßgeblich von den Finanzmitteln ab, die im städtischen Investitionsprogramm zur Verfügung gestellt werden“, teilte Siefert mit.

Der hessische Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte zuletzt an Städte und Gemeinden appelliert, alte Straßenlaternen durch neue LED-Leuchten zu ersetzen. Knapp die Hälfte der 714 000 Straßenlaternen in Hessen wurden demnach bereits ausgetauscht worden. Die Landesenergieagentur sieht Nachholbedarf vor allem in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Kassel. In Frankfurt gibt es etwa 70 000 elektrische Straßenlampen, Gas und LED sind die Ausnahme.

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