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Fly me to the moon... Der Harheimer Storch auf seinem Nest. Foto: Monika Müller
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Fly me to the moon... Der Harheimer Storch auf seinem Nest.

Frühlingsboten

Die Spaßvögel sind wieder in Frankfurt

Die Störche kehren aus dem Süden zurück nach Harheim. Vermutlich handelt es sich um alte Bekannte.

Der Frühling kommt. Nach den ersten Kranichen am Himmel ist der zweite Beweis dafür aufgetaucht – oder besser: gelandet. Die Störche sind aus dem Urlaub heimgekehrt.

Sage und schreibe 48 Jahre war der Storch fort aus Frankfurt – eine lange Zeit. Aber jetzt ist er auch schon seit fünf Jahren wieder da. Jubiläum! Auf dem Harheimer Nest wurde jüngst ein Adebarpaar entdeckt und auch sogleich fotografiert von aufmerksamen Menschen, die ihre Beobachtung der Frankfurter Rundschau mitteilten. Die ist bekanntlich die Lieblingszeitung der Frankfurter Störche. Auch wenn sie es sich nicht immer anmerken lassen.

An diesem Morgen jedenfalls, als sich der FR-Reporter über die knöcheltief verschlammten Feldwege aus dem Bonameser Nordpark gen Harheim kämpft, ist mal wieder kein Storch zu Hause. Aus der Entfernung und gegen die tief stehende Sonne sieht es zwar zunächst so aus, als sollte das Versteckspiel endlich ein Ende haben – da sitzen tatsächlich zwei große Vögel auf dem Nest.

Spärliche Ausbeute

Aber dann sind es doch wieder nur Gänse. Eine ziemliche Unverschämtheit, unter uns gesagt. Nicht nur, dass sich die Störche jedes Jahr irgendwo hinterm Baum verschanzen, wenn die Zeitung kommt. Auch, dass dann diese Nilgänse anflattern, um Storchenfreunde zu foppen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie einen gewissermaßen am Schnabel herumführen. Sicher verscheuchen die Störche alsbald die Gänse wieder. Eigenbedarf. Nichts zu machen. Oder? „Kommt darauf an“, sagt Dagmar Stiefel, die Leiterin der Staatlichen Vogelschutzwarte in Fechenheim. „Wenn es ein junges, unerfahrenes Storchenpaar ist, hat man auch schon erlebt, dass die Nilgänse siegen.“

Ist das Paar unerfahren? Yukiko Kaneko, die aufmerksame Harheimer Storchenbeobachterin, ist ziemlich sicher, dass es sich um dieselbe Rotschnabelfamilie handelt wie im vorigen Jahr. Die Vögel sind zwar unberingt an den Beinen, und es kommt durchaus häufig vor, dass von einem aufs nächste Jahr die Mieter:innen wechseln. Aber: „Soweit ich gesehen habe, haben die gerade angekommenen Störche gleiche individuelle Merkmale wie die vom letzten Jahr“, sagt Kaneko. Das hat auch viel mit Beobachtungsgabe zu tun. Wer so viel Zeit mit den schönen Tieren verbringt, hat irgendwann ein Auge dafür. Da entsteht auch etwas Vertrautes.

Gut, dass der Boden jetzt durch die steigenden Temperaturen auftaut. Es gab schon Jahre, in denen die Störche ähnlich früh aus dem Erholungsurlaub im Süden zurückkamen, und es war noch alles hart gefroren. 2018 war so ein Jahr. Da machten sich die Freunde Adebars ein paar Sorgen. So eine Familie braucht ja auch ordentlich was zu futtern, wenn eine Rasselbande von drei Küken aufgezogen werden soll, wie es seit 2016 eigentlich durchgängig der Fall war. Hacken die Eltern dann erfolglos auf einer Eisfläche herum, bleibt die Ausbeute an Gewürm und Mäusen spärlich.

Trotzdem hat es bisher noch immer geklappt mit der Lebensmittelversorgung. Störche leben ja sozusagen von der Kralle in den Schnabel, aber es bestand nie ein Grund, sie aus Menschenhand zu füttern. In dem Zusammenhang sprach der Beauftragte der Vogelschutzwarte, Ingolf Grabow, den legendären Satz: „Wir sollten sie nicht verhausschweinen“ – also nicht dazu erziehen, von uns Menschen abhängig zu werden.

Was ihnen aber auf jeden Fall guttut: angeleinte Hunde. Wer sich der Harheimer Storchenwiese nähert, sollte wenigstens in der Brutzeit den Vierbeiner an die kurze Strippe nehmen. Leider muss es jedes Jahr wieder aufs Neue gesagt werden, und jedes Jahr rennen wieder unzählige Hunde frei um den Neststandort herum. Das beunruhigt nicht nur die Störche, sondern auch bodenbrütende Vögel und Säugetiere wie etwa Hasen. Die Energie, die sie für die Flucht vor Hunden vergeuden, könnten sie für die Aufzucht des Nachwuchses weitaus besser gebrauchen.

Der FR-Reporter bleibt natürlich dran. Sobald die Eier gelegt sind, können sich die Spaßvögel nicht mehr verstecken.

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