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Sportpolitik

Die Sorgen der Vereine

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Weniger Mitglieder und keine Veranstaltungen – doch zumindest gibt der Frankfurter Magistrat weiterhin Finanzhilfen an die Vereine.

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie war eine große Verunsicherung bei den Vereinen zu spüren. Was dürfen wir? Was dürfen wir nicht? Wie kommen wir finanziell über die Runden? Mit diesen Fragen hatte sich dann auch der Stadtverband der Frankfurter Vereinsringe bis in den Sommer vergangenen Jahres beschäftigt. Seit dem zweiten Lockdown im November hat Uwe Serke eine Art Lethargie bei den Vereinen festgestellt. „Konkrete Fragen kriegen wir derzeit nicht gestellt“, sagt der Vorsitzende des Stadtverbands.

Rund 1100 Vereine sind in den 35 Stadtteil-Vereinsringen organisiert. Sie zählen rund 350 000 Mitglieder. „Wir müssen bei den Vereinen zwischen den Sportvereinen und den kulturfördernden Vereinen differenzieren“, sagt Serke. Während einige Sportvereine über Online-Videoplattformen ein gemeinsames Training anbieten können, können Chöre, Karnevals- oder Heimat- und Geschichtsvereine maximal virtuelle Vorstandssitzungen abhalten. Zumal viele ältere Menschen entweder keinen Computer haben oder mit der Technik nicht klarkommen.

„Im Februar und März ist normalerweise die Zeit, wo die Vereine ihre Sommerfeste planen“, erklärt Serke. Die werden, so glaubt der CDU-Landtagsabgeordnete, wohl in der zweiten Jahreshälfte möglich sein.

 Sorgen um die Vereinsstrukturen

Allerdings würden viele Feste trotzdem nicht stattfinden, weil die Vorbereitungszeit zu knapp ist und die wenigsten Vereine das Risiko eingehen wollen, eine Band zu buchen, weil die Gefahr einer Absage im Raum steht. Während die Vereine zu Beginn der Pandemie sich vor allem Sorgen um ihre Finanzen machten, sind es jetzt vor allem Sorgen um die Vereinsstrukturen.

Der Landessportbund befürchtet bei den Sportvereinen einen Mitgliederrückgang zwischen fünf und 15 Prozent. Andere Vereine, etwa die Freiwillige Feuerwehr, kann derzeit nicht an Schulen gehen, um neue Mitglieder zu gewinnen. Viele der Helfer hätten vielleicht in den vergangenen Monaten andere Hobbys entdeckt, sagt Serke. Oder die ausgeguckten Nachfolger für Vereinsvorstände haben es sich plötzlich anders überlegt, müssen nun neu überzeugt werden, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Der Christdemokrat war selbst Mitglied des Sossenheimer Chors, der sich kürzlich aufgelöst hat. „Die Mitglieder waren 75 Jahre und älter. Und irgendwann hat die Motivation gefehlt“, berichtet Serke. Ihm ist aber nur eine weitere Vereinsauflösung bekannt. Ebenfalls noch nicht abzusehen ist, wie es nach Corona für die unterschiedlichen Vereine weitergeht, wenn viele Menschen plötzlich im Homeoffice arbeiten und dann mehrere Kilometer zu ihrem Verein fahren müssten, weil sie nicht auf dem Weg von der Arbeit hingehen können.

Der Magistrat hat indes die Corona-Soforthilfen für die Vereine am vergangenen Freitag verlängert. „Allein im letzten Jahr konnte den Vereinen in unserer Stadt mit über 35 000 Euro unter die Arme gegriffen werden“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. Die Corona-Soforthilfen werden durch die Ortsbeiräte beschlossen, deren Budgets auch für diese besonderen Zuschüsse verwendet werden. Diese „konnten wir immer recht zeitnah auszahlen“, betont Feldmann.

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