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Die NFL kommt nach Frankfurt

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Von: Timur Tinç

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Die Stars des American Football werden bald live in Frankfurt zu sehen sein.
Die Stars des American Football werden bald live in Frankfurt zu sehen sein. © Getty Images via AFP

Die Stars des American Football gastieren 2023 und 2025 für je ein Spiel im Waldstadion. Die Stadt plant eine große Party und will in die Jugendarbeit des Sports investieren.

Es ist nicht zu wenig gesagt, wenn ich behaupte, dass uns Historisches gelungen ist.“ Aus den Worten des Frankfurter Sportdezernenten Mike Josef (SPD) sprüht der Stolz. In der Tat ist der Stadt ein echter Coup gelungen. Sie wird neben München einer von zwei deutschen Spielorten der National Football League (NFL).

Das teilte die NFL in Los Angeles, wo der 56. Superbowl stattfindet, am Mittwochmittag (Ortszeit) mit. „Wir freuen uns sehr, München und Frankfurt in der NFL-Familie willkommen zu heißen und sind glücklich, unsere Fans in Deutschland für ihre Leidenschaft zu belohnen, indem wir ihnen das Spektakel eines regulären NFL-Saisonspiels bieten“, sagte NFL-Commissioner Roger Goodell.

München wird diesen Herbst und 2024 eine Partie austragen. 2023 und 2025 ist Frankfurt an der Reihe. Leer ausgegangen ist Düsseldorf, das sich ebenfalls beworben hatten. Dem Vernehmen nach war München der Favorit der NFL. Aber Frankfurt hatte in der Bewerbung das finanzstärkste Paket geschnürt und sich mit Verve darum bemüht, Partner der NFL zu werden. Für Frankfurt sprach auch die zentrale Lage, das weitläufige Gelände rund um das Stadion und das große Engagement.

Frankfurt will rund eine Million Euro ausgeben, um Plätze in der Innenstadt für Partys herzurichten. Außerdem wird die Stadt den Aufbau von Strukturen für Football und das weniger körperliche Flag-Football mit 500 000 Euro unterstützen. „Hier begann es 1945 mit dem American Football in Deutschland, und diese Geschichte wird nun fortgeschrieben“, sagte Josef.

Gespielt wird natürlich im Stadion im Stadtwald, in der Heimspielstätte von Eintracht Frankfurt. Das Stadion habe schon viele fantastische Veranstaltungen erlebt, sagte Patrik Meyer, Geschäftsführer Eintracht Frankfurt Stadion: „Aber mit der NFL, die jetzt kommt, da führen wir es auf ein neues Level.“ Auch der Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann zeigte sich „begeistert und stolz“.

Die Eintracht erweitert Ende des Jahres die Kapazität des Stadions von 51 000 auf 60 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Da es in der NFL nur Sitzplätze gibt, wird dort voraussichtlich Platz für 45 000 Football-Fans sein.

Die NFL und American Football werden in Deutschland immer populärer. Den Super Bowl, der in der Regel von Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden deutscher Zeit läuft, schalten immer mehr Menschen ein. 2,11 Millionen waren es 2021 bei ProSieben, ein neuer Höchstwert. Vor zwanzig Jahren waren es gerade einmal 0,48 Millionen bei Sat 1. „Der Hype wird beständig größer. Davon bin ich zutiefst überzeugt“, sagte Patrick Esume. Der Ex-Profi ist nicht nur TV-Moderator, sondern auch Hauptinitiator der European League of Football, in der auch die Frankfurt Galaxy spielt.

Die Nachricht wurde über alle Parteigrenzen hinweg positiv bewertet. „Die Mainmetropole ist die Heimat des American Football in Europa, denn hier wurde schon 1945 gespielt und 1977 mit den ‚Löwen‘ der erste American Football Verein außerhalb der USA gegründet“, sagte die sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Carolin Friedrich.

Auch die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Natascha Kauder, freut sich: „Die NFL-Spiele am Footballstandort Frankfurt werden auch für die Nachwuchsarbeit der Vereine in der Region einen großen Schub bringen“, glaubt sie. Sportdezernent Josef ergänzte, dass Hotellerie, die Gastronomie und auch der Einzelhandel von dem Event profitieren werde, „wenn Tausende von Menschen in Frankfurt zu Gast sein werden“.

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