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Die Klimakrise macht das Sterben in Frankfurt teurer

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Stadt erhöht die Bestattungsgebühren – und bannt benzinbetriebene Laubbläser vom Ort der letzten Ruhe.

Um durchschnittlich zwölf Prozent sollen die die Kosten für Bestattungen auf den 36 Frankfurter Friedhöfen steigen. Eine Urnenbestattung wird vom 1. Januar an dann 2938 Euro kosten; bisher wurden dafür 2632 Euro fällig, berichtet der Magistrat. Die Stadtregierung hat den Änderungen, die die Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) vorgelegt hatte, zugestimmt. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung.

Als Ursache nennt Heilig unter anderem steigende Kosten etwa für Wasser und Grabpflege sowie allgemeine Preissteigerungen bei Personal, Energie und Entsorgung: „Auch im Friedhofsbereich spüren wir die Folgen der Klimakrise“, sagt die Stadträtin. Das Grünflächenamt brauche viel mehr Wasser, um Bäume und Pflanzen zu erhalten. Zugleich müssten die Bäume intensiver auf ihre Standfestigkeit überprüft, gegebenenfalls gefällt und anschließend neue Bäume nachgepflanzt werden. „Das alles verursacht hohe Kosten“, sagt Heilig. Zuletzt waren die Friedhofsgebühren 2020 erhöht worden.

Den Gebührenhaushalt belaste zudem der Wandel in der Bestattungskultur: Viel mehr Menschen als früher wählen statt der einst gängigen Erd- eine Feuerbestattung mit pflegefreiem Urnengrab. Heilig: „Die klassische Sargbestattung wird immer weniger nachgefragt.“ Die Friedhöfe reagierten seit geraumer Zeit mit neuen Angeboten wie naturnahen Bestattungen, etwa im Trauerwald Oberrad.

Außer den höheren Gebühren hat der Magistrat auch weitere Änderungen in der Friedhofsordnung abgesegnet. Laubbläser mit Benzinmotor sollen künftig auf allen Friedhöfen verboten sein. Und Angehörige können Reihengrabstätten nun schon früher zurückgeben. Vielen Menschen werde die Pflege der Gräber irgendwann zu beschwerlich, oder sie lebten weit entfernt, erläutert die Dezernentin; ihnen komme die neue Regelung entgegen, die ebenfalls zum 1. Januar 2023 in Kraft treten soll.

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