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Das Thema Bahnausbau hat viele Sitzungen des Ortsbeirats 10 geprägt. Die CDU glaubt, dass ihr das Thema geschadet hat, da sie in der endenden Wahlperiode den Ortsvorsteher stellt. Foto: Renate Hoyer
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Das Thema Bahnausbau hat viele Sitzungen des Ortsbeirats 10 geprägt. Die CDU glaubt, dass ihr das Thema geschadet hat, da sie in der endenden Wahlperiode den Ortsvorsteher stellt.

Kommunalwahl 2021

Wahlsieger bei der Kommunalwahl: „Die Grünen sind en vogue“

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Die erfolgreiche Partei sieht die Gründe für den Sieg im Ortsbeirat 10 nicht nur in ihrer Arbeit vor Ort. Das Gremium ist für die Stadtteile Bonames, Berkersheim, Eckenheim, Frankfurter Berg und Preungesheim zuständig.

Im Ortsbeirat 10 heißt erstmals seit vielen Jahren die stärkste Fraktion weder CDU noch SPD - sondern Grüne. Mit 26,5 Prozent hat die Fraktion die meisten Stimmen im nördlichen Ortsbezirk geholt, der Preungesheim, Eckenheim, Bonames, Berkersheim und Frankfurter Berg umfasst und wo rund 49 000 Menschen leben. Damit haben sie 11,6 Prozentpunkte zugelegt – und verfügen fortan über fünf statt drei Sitze.

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Für Wera Eiselt, die als Spitzenkandidatin die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte, hat der Erfolg mehrere Gründe. Einen sieht sie in der Art, wie die Grünen generell Politik machen. „Unsere Listen stehen für Gleichberechtigung, berücksichtigen auch viele junge Menschen“, sagt sie. Außerdem könne man bei den Grünen „sofort mitmachen, ohne erst die Karriereleiter emporzuklettern“. Das wirke auf Wählerinnen und Wähler interessant.

Wera Eiselt ist Spitzenkandidatin und Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Einen anderen Grund sieht sie in den Themen der Partei, die im Ortsbezirk 10 ziehen würden: Verkehr und Klima. Da wäre etwa der Gravensteiner Platz. Der sei nach vielen Jahren autofrei geworden, was die Anwohnerinnen und Anwohner sehr zu schätzen wüssten. Das sei nicht zwingend das Verdienst der Grünen. „Aber die Menschen wollen mehr solcher Projekte, und dafür scheinen wir für sie die richtige Partei zu sein.“

Nun ziehen neben Wera Eiselt ihr Mann Jürgen, der schon einmal im Ortsbeirat saß, und drei Neulinge – Alexandra Pater, Annette Blome und Tara Moradi - in das Gremium ein.

Robert Lange ist Ortsvorsteher und Spitzenkandidat der CDU.

In diesem verfügt die SPD nur noch über vier statt fünf Sitze, sie sank von 27,9 Prozent – womit sie 2016 noch stärkste Fraktion war – auf 18,1 Prozent. Spitzenkandidat Michael Bartram-Sitzius, der nur die drittmeisten Stimmen bekommen hat, sieht die Gründe dafür aber nicht bei der Partei selbst. Er denkt vielmehr, dass die Grünen im Ortsbezirk 10 einfach von der generellen Stimmung profitiert haben, so wie 2011, als vom „Fukushima-Effekt“ die Rede war. „Die Grünen sind en vogue“, sagt Bartram-Sitzius.

Michael Bartram-Sitzius ist Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der SPD.

Außerdem, so seine Vermutung, könnte die Partei von der höheren Wahlbeteiligung profitiert haben, die bei 43,3 Prozent lag (2016: 39,4). Und die Einschränkungen durch Corona macht er geltend, also fehlende Kontakte zu den Bürgerinnen und Bürgern. Damit hätten zwar alle Parteien zu kämpfen gehabt, gibt er zu. „Aber so konnten wir nicht in direkten Gesprächen gegen die allgemeine Stimmung argumentieren und die Grünen entzaubern.“ Von einer Mitschuld des AWO-Skandals rund um Oberbürgermeister Peter Feldmann spricht Bartram-Sitzius nicht.

Julian Langner ist Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP.

Anders sieht es da bei der CDU aus. Ortsvorsteher Robert Lange glaubt schon, dass das Vertrauensverhältnis zu SPD – AWO-Skandal – und CDU – Maskenaffäre – gelitten habe, was sich dann auch bei einer Ortsbeiratswahl zeige. Fraktionsvorsitzender Gero Gabriel stimmt dem zu. Und er sieht Gründe im Ortsbezirk selbst. Gabriel kann sich vorstellen, „dass entsprechende Unzufriedenheiten, zum Beispiel in Sachen Bahnausbau in Berkersheim und Frankfurter Berg, dem Ortsbeirat an sich angelastet werden, da er erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger ist“. Und in diesem Ortsbeirat habe die CDU nun einmal den Ortsvorsteher gestellt, „der nicht nur in der Bürgerfragestunde für das Gremium am sichtbarsten ist“.

Lothar Kramer ist Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der Linken.

Wer nun diesen Posten übernimmt, ist unklar. Die Grünen als stärkste Fraktion fänden „die Idee verlockend“, so Wera Eiselt. „Wir hängen aber nicht daran.“ Der amtierende Ortsvorsteher Robert Lange „will das gerne bleiben“, hat aber noch keine Gespräche mit den Fraktionen geführt.

Werner Rudloff ist Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der BFF.

Werner Rudloff (BFF) kann sich vorstellen, dass Lange im Amt bleibt. Zum Ergebnis seiner eigenen Partei - von 10,3 auf 4,2 Prozent – sagt er: „Wir sind nicht himmelhochjauchzend, aber auch nicht zu Tode betrübt. Wir sind froh, wieder vertreten zu sein.“ Sie sind das mit einem Sitz, genauso wie jetzt die AfD. An die, ist sich Rudloff sicher, „haben wir keine Stimmen verloren“. Ob das wirklich so ist, ist unklar. Robert Lange jedenfalls sieht in der AfD, die 2016 nicht zur Wahl stand, sehr wohl einen Faktor. „Nicht nur, dass die anderen Fraktionen Stimmen wegnehmen. Die Anzahl der Stimmen muss nun natürlich durch mehr Fraktionen geteilt werden.“

Weitere Informationen zu den Themen des Ortsbeirats 10 finden Sie im Internet unter fr.de/obr10. Die Serie zu den Ortsbeiräten gibt es unter fr.de/obr-wahl.

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