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Die Geschichte des KZ Katzbach in den Adlerwerken

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Von: Florian Leclerc

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Blick in den Geschichtsort Adlerwerke in der Kleyerstraße in Frankfurt. Foto: Peter Jülich
Blick in den Geschichtsort Adlerwerke in der Kleyerstraße in Frankfurt. © Peter Jülich

Fakten und Literaturhinweise zum Konzentrationslager mit dem Decknamen Katzbach in den Adlerwerken in Frankfurt.

In Frankfurt waren acht Monate lang, zwischen August 1944 und März 1945, insgesamt 1616 Häftlinge im Konzentrationslager mit dem Decknamen Katzbach in den Adlerwerken inhaftiert. Die Häftlinge kamen aus elf Nationen, der Großteil von ihnen stammte aus Polen und wurde bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands inhaftiert. Die Häftlinge wurden im KZ unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und zur Zwangsarbeit in der Kriegsproduktion gezwungen.

Das KZ Katzbach war ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im Elsass, südwestlich von Straßburg. Die Todesrate im KZ in Frankfurt war enorm hoch. Etwa ein Drittel der Häftlinge kam während der Haft ums Leben.

Im März 1945 wurden etwa 450 Häftlinge, die nicht mehr marschieren konnten, in Güterwaggons gedrängt, die Waggons wurden verplombt, viele Menschen starben, bevor die Züge in Bergen-Belsen ankamen.

Zur Auflösung des Konzentrationslagers wurden etwa 360 bis 370 Häftlinge auf einen Todesmarsch nach Hünfeld geschickt, den viele nicht überlebten. Züge brachten die Häftlinge nach Buchenwald.

Der Lehrer Ernst Kaiser und der Sozialpädagoge Michael Knorn arbeiteten die nationalsozialistische Vergangenheit des Gallusviertels seit den 1980er Jahren auf. Ihre Rechercheergebnisse, unter anderem durch Interviews mit Überlebenden, veröffentlichten sie 1994 unter dem Titel „Wir lebten und schliefen zwischen den Toten“. Es ist ein Standardwerk zur NS-Geschichte der Adlerwerke.

Die Historikerin Andrea Rudorff veröffentlichte 2021 im Auftrag der Stadt die Studie „Katzbach. Das KZ in der Stadt. Zwangsarbeit in den Adlerwerken Frankfurt am Main 1944/45“. Darin arbeitet sie unter anderem die Existenzbedingungen im Lager und die Rolle der Unternehmensangehörigen, der Nachbarschaft und der städtischen Behörden auf.

Der Studienkreis Deutscher Widerstand hat in diesem Monat in der Zeitschrift „Informationen“ eine Ausgabe zum Geschichtsort Adlerwerke veröffentlicht.

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