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Eine von sechs Litfaßsäulen mit Dachbegrünung.
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Eine von sechs Litfaßsäulen mit Dachbegrünung.

Stadtklima

Die „Frankfurter Haube“ fürs Klima

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Frankfurt hat die erste begrünte Litfaßsäule, weitere sollen Linderung verschaffen: da, wo es beonders heiß wird in der Innenstadt.

Als der Deckel drauf ist, brandet unverhofft Applaus auf. Na schön, „brandet“ ist vielleicht übertrieben, es sind drei junge Skater, die in die Hände klatschen. Und „Deckel“ trifft es auch nicht so richtig. „Frankfurter Haube“ heißt das, was der Kran auf die Litfaßsäule am Willy-Brandt-Platz hebt. Es ist die erste städtisch begrünte Litfaßsäule der Stadt – „und die erste in Deutschland“, versichert Dirk Geßner, Geschäftsführer der Werbeflächengesellschaft Ströer.

Die Haube besteht aus einer runden Plattform, auf der ein Teppich aus hitzebeständigen Sedum-Pflanzen wächst, auch Fetthenne genannt. Was das werden soll, lässt sich leicht nachvollziehen. „Frankfurt frischt auf“ ist auf der Litfaßsäule plakatiert. So heißt das städtische Programm, das Grundstücksbesitzer:innen Zuschüsse gewährt, wenn sie Dächer, Fassaden, Hinterhöfe begrünen – weil das der Stadt hilft, in heißen Sommern kühlen Kopf zu bewahren. Noch ist Frankfurt aber nicht so flächendeckend begrünt, wie es zu wünschen wäre. Also weitere Flächen suchen, auf die Pflanzen passen. „Und da sind uns die Litfaßsäulen eingefallen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Es dauert keine fünf Minuten, bis die ersten Lästerer twittern: „Das Klima gilt nun als gerettet? Wenn 2qm Litfaßsäulen-Dach etwas Grün drauf haben?“ Nein, das Klima gilt damit nicht als gerettet. „Es ist eine der kleinsten Flächen, die wir begrünen können“, sagt Heilig, „und das ergibt nicht nur Sinn, es ist sogar dringend nötig“. Der Sommer 2021, eigentlich ein normaler Sommer mit regelmäßigen Niederschlägen, sei inzwischen die Ausnahme. Es gelte, jeden Flecken zu nutzen, um die Folgen des Klimawandels zu mildern.

Lara-Maria Mohr, im Umweltamt für das auffrischende Förderprogramm zuständig, hat keine Zahlen, die ausdrücken könnten, welchen Effekt zwei Quadratmeter Grün fürs Stadtklima haben. Auf die Menge komme es an, sagt sie: darauf, eben so viele kleine Flächen wie möglich zu begrünen. Fünf weitere Litfaßsäulenstandorte sind dafür vorgesehen: Goethe-/Große Bockenheimer Straße, Braubach-/Domstraße, Roßmarkt/Am Salzhaus, Rathenauplatz/Goethestraße und auf der Zeil an der Ecke Klingerstraße.

Eine weitere Möglichkeit seien begrünte Straßenbahnhaltestellendächer, stellen Geßner und Heilig in Aussicht. Und jede „Frankfurter Haube“ habe einen Effekt: „Sie erregt Aufmerksamkeit.“ Sobald ihre Fetthennenfrisur ein wenig wächst. Momentan fällt die Säule am Willy-Brandt-Platz noch nicht besonders auf mit ihrem kurzen Bubikopf.

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