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Die Frankfurter Ehrenamtsmesse ist eine lebendige Broschüre der Möglichkeiten

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Von: George Grodensky

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Die Messen 2020 und 2021 sind trotz der Coronaauflagen ein Erfolg gewesen. In diesem Jahr gibt es keine pandemischen Einschränkungen.
Die Messen 2020 und 2021 sind trotz der Coronaauflagen ein Erfolg gewesen. In diesem Jahr gibt es keine pandemischen Einschränkungen. © Renate Hoyer

Die Veranstaltung im Römer bietet die Möglichkeit, Initiativen, Vereine oder Projekte kennenzulernen. Der Schwerpunkt liegt auf der Demokratieförderung.

Die städtische Ehrenamtsmesse in den Frankfurter Römerhallen beginnt mit einem Rekord. Es ist die 16. Auflage der großen Infobörse. 2007 noch als Beitrag zur Woche des Bürgerschaftlichen Engagements gestartet, hat sie sich freigestrampelt. Erstmals haben sich mehr als 50 Initiativen, Vereine und Projekte gemeldet, die sich am heutigen Samstag, 24. September, von 10 bis 16 Uhr präsentieren wollen. Ziel der Messe ist es, dass Menschen, die sich engagieren wollen, Kontakte finden und auch gleich durchstarten können. Das geht beim persönlichen Gespräch besser als nur über einen Flyer oder eine Internetseite.

Wer weiß denn schon, was es in einer Stadt wie Frankfurt alles an Möglichkeiten gibt. Und einfach selbst beim Altersheim in der Nachbarschaft anklingeln, kostet erst einmal Überwindung; davon abgesehen, dass dort auch nicht immer jemand gleich Zeit für einen Plausch hat.

Im großen Stil geplaudert wird dafür auf der Ehrenamtsmesse. Zusätzlich zu den Treffen an den einzelnen Infoständen gibt es eine Reihe von Podiumsdiskussionen. Um 10.15 Uhr geht es im Limpurgsaal los. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne) tauscht sich aus mit Antje Neumann von der Volkshochschule Frankfurt, Leon Züllig und Günter Horn vom Verein Mehr als Wählen, Konrad Dorenkamp von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und Hanna-Lena Neuser von der Evangelischen Akademie. Nadia von Oesterreich moderiert. Sie alle treibt die Frage um: „Was leistet das Ehrenamt für unsere Demokratie?“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kennt die Antwort schon. „Engagement in der Zivilgesellschaft ist gelebte Demokratie und Mitgestaltung des Miteinanders in unserer Stadt“, schreibt er in seinem Grußwort. Aber es kann sicher nicht schaden, die These anhand von Beispielen nochmals durchzudeklinieren. Zumal die Stadt für dieses Jahr den Schwerpunkt „Ehrenamt und Demokratie – Gemeinsam stark!“ gesetzt hat.

Da muss sich eigentlich keines der Projekte verstecken. Die Junge Akademie Frankfurt vergibt zum Beispiel Stipendien für 30 junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Sie sollen überlegen, wie die Gesellschaft sich gegen Zersetzung wappnen könnte, die um sich zu greifen scheint. „Wachstum, Wohlstand und Sicherheit büßen an Selbstverständlichkeit ein“, heißt es da. Wie damit umgehen?

Die „Omas gegen rechts“ tragen die Antwort im Namen. Kinder bereits frühzeitig gegen Rassismus, Diskriminierung, Hass und Hetze sensibilisieren, das ist ihr Rat. Darum lesen sie in Kindergärten, Kinderhorten und Grundschulen Geschichten aus Kinderbüchern vor und sprechen darüber. Natürlich Geschichten gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, für Solidarität, Toleranz und gegenseitigen Respekt.

Die Ada-Kantine in der ehemaligen Akademie der Arbeit an der Mertonstraße in Bockenheim mag es auch politisch. Zum Beispiel einen „reflektierten und politischen Umgang mit Lebensmitteln“, formuliert die Gruppe in ihrer Projektbeschreibung.

Seit Juli 2020 bietet die solidarische Küche wochentags einen günstigen Mittagstisch für die Nachbarschaft an – und für Menschen mit wenig Geld. Das Essen ist vegan oder vegetarisch, der Service bemüht sich, auf Augenhöhe mit der Kundschaft zu agieren. Rund 200 ehrenamtliche Kräfte arbeiten mit, ein Einstieg ist jederzeit möglich, flexibel, ohne feste Arbeitszeiten, wie die Ada-Kantine betont.

Vorträge gibt es auf der Messe auch. So sprechen Janina Bittner und Anja Krauß von der Ulmer Uniklinik von 12.30 Uhr bis 13.15 Uhr über „Schutzkonzepte in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“. Von 14 bis 14.45 Uhr geht es bei Stefan Cornel von der Frankfurter Jugendfeuerwehr darum, ob die Corona-Pandemie neuen Schwung fürs Ehrenamt gebracht hat.

Dazwischen können sich Besucherinnen und Besucher beim Projekt „Restaurant im Viertel“ des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe stärken, das übernimmt die Verpflegung im Ratskeller. Außer Mittagessen gibt es noch Kaffee, Kuchen, Snacks und Getränke. Das heißt, der Besuch ist nicht auf die Mittagsstunde beschränkt. Kinderschminken bietet das Projekt Leo Club Frankfurt im Römerhöfchen an.

16. Frankfurter Ehrenamtsmesse , Samstag, 24. September, 10 bis 16 Uhr, Rathaus Römer, in den Römerhallen, im Limpurgsaal, Ratskeller und Römerhöfchen. Informationen und eine Broschüre gibt es unter: www.buergerengagement.frankfurt.de

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