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Peter Knott mit seinen Modellen der Frankfurter Altstadt im Maßstab 1:50. Foto: Michael Schick
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Peter Knott mit seinen Modellen der Frankfurter Altstadt im Maßstab 1:50.

Altstadtmodelle

Die Frankfurter Altstadt, wie sie wirklich war

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Peter Knott hat das historische Frankfurt nachgebaut – die Modelle möchte er jetzt verkaufen.

Früher, als Peter Knott ein Sachsenhäuser Bub war, gehörte es nicht zu den Alltäglichkeiten, über den Main nach Hibbdebach zu gehen. Es war schon eine kleine Reise, und an jenem Tag, als er hinüber ins Historische Museum lief, sollte es der Beginn von etwas Neuem sein. Man kann nicht direkt sagen: von etwas Großem. Eher der Beginn von etwas Kleinem. Es geht ja schließlich um Modelle. Aber damit kam er dann doch irgendwann groß raus.

„Ich habe damals das Altstadtmodell im Historischen Museum gesehen“, erzählt er, die Arbeit der Brüder Treuner, „das hat mich fasziniert.“ Und er hatte daraufhin eine Idee: „Ich wollte Sachsenhausen bauen, wie es auf dem Merianplan zu sehen ist.“ Auf dem legendären Stadtplan von Matthäus Merian aus dem 17. Jahrhundert. Gesagt, getan. „Das hat Jahre gedauert, weiß der Teufel“, sagt der heute 73-jährige Knott und lacht. Aber im Historischen Museum waren sie auch begeistert davon. Seit Jahrzehnten wird das Sachsenhausen-Modell dort aufbewahrt – leider nicht mehr in der öffentlich zugänglichen Ausstellung. Dabei sollen die Modelle doch bewundert werden können, findet der Wahl-Karbener. Deshalb bietet er seine anderen Arbeiten jetzt zum Kauf an.

Zugbrücke? I wo

Es geht um die Werke, die später im Laufe seines Lebens entstanden. Nach der Altstadt ging es weiter, zunächst mit einer Auftragsarbeit für Binding: das Stammhaus am Garküchenplatz. „Das Modell steht heute noch in der Brauerei“, sagt Knott. „Und danach war ich angefixt.“

Nach und nach entstanden Gebäude aus dem historischen Frankfurter Zentrum, wie es vor dem Krieg wirklich war. Das Institut für Stadtgeschichte stellte Pläne zur Verfügung. Der Alte Markt mit dem Haus zur Goldenen Waage; der Römerberg mit dem Haus Löwenstein, Haus Frauenstein, mit dem Salzhaus und dem Haus Wanebach. Das Roseneck. Krönungsweg und Schirn. Ein Teilmodell der Leonhardskirche. Das Gasthaus „Stadt Nürnberg“. Die Kleine Münze. Alles im Maßstab 1:50. Und auch den Sachsenhäuser Brückenturm hat er gebaut, wie er auf der Alten Brücke stand, wo heute der Portikus ist. Mit der Mühle und, „als Gag“, mit einem Wägelchen und einem Boot. „Die Balken der Holzbrücke haben sie damals einfach ins Wasser geworfen, wenn sich Gefahr näherte“, sagt er. Keine Zugbrücke? I wo. „Die Modelle zeigen zu 100 Prozent das Original“, sagt Peter Knott.

Ursprünglich war er Schreiner und Dekorateur. Im Kaufhof hat er gelernt, im Bieberhaus gearbeitet, lange Zeit selbstständig, zuletzt angestellter Küchenbauer. „Das handwerkliche Talent war also schon vorhanden.“ Und das Material, Sperrholz, Balsaholz, die Dächer aus Papier, jede Schindel einzeln gefertigt? „Das bisschen Holz hat man als Schreiner immer da. Ist ja nicht viel, was man für so ein Modell braucht, im Vergleich zu einem Schrank.“

Aber Platz nehmen die Modelle halt schon weg. Das meiste steht zurzeit in der Garage. „Wenn ich die Sachen mal ausstelle, sagen viele: toll“, erzählt er. Vielleicht, überlegt er, findet sie ja jemand so toll, dass er oder sie die Miniaturgebäude kaufen möchte. Um die 2000 Euro für eines der Einzelhäuser, an denen er jeweils ein bis zwei Jahre saß, 5000 für die mehrteiligen Ensembles, da könnte man sich schon einig werden, sagt Knott.

Und es juckt gar nicht mehr in den Fingern? „Ich wüsste nicht, wohin damit“, sagt er, „und es ist auch nicht mehr so meine Sache.“ Der kreative Karbener hat sich als Rentner aufs Malen verlegt, Porträts hauptsächlich. „Das macht mich happy – und es macht auch nicht so viel Dreck.“

Wer Interesse an den Modellen hat: Der Künstler ist per Mail zu erreichen unter: Peter.S.Knott@t-online.de

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