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Die Fabrik in Frankfurt geht „außer Haus“

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Von: Anja Laud

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Karin Wagner, Karsten Heidebrecht und Kuratoriumsmitglied Claus-Jürgen Göpfert (v.l.) von der Fabrik in der Alten Seilerei. Renate Hoyer
Karin Wagner, Karsten Heidebrecht und Kuratoriumsmitglied Claus-Jürgen Göpfert (v.l.) von der Fabrik in der Alten Seilerei. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Die denkmalgeschützte ehemalige „P.P. Heinz Oelfabrik“ in Frankfurt wird während des Umbaus geschlossen. Veranstaltungen werden in die Alte Seilerei und Bonifatius-Kirche verlagert

Die denkmalgeschützte ehemalige „P.P. Heinz Oelfabrik“ nahe dem Südbahnhof soll zu einem Kultur- und Konzerthaus umgebaut werden. Sie ist deshalb jetzt geschlossen worden. Mindestens zwei Jahre werde der Spielbetrieb am Mittleren Hasenpfad ruhen, sagt Karsten Heidebrecht, Vorstand der Peter-Paul-und-Emmy-Wagner-Heinz-Stiftung, der Eigentümerin des Gebäudekomplexes. Doch das Kulturprogramm wird weitergehen. Die Fabrik geht „außer Haus“.

Gleich drei Ausweichquartiere hat sie sich gesucht: die ehemalige Seilerei Reutlinger in der Offenbacher Landstraße, eine ebenfalls denkmalgeschützte alte Industrieanlage am Rande Sachsenhausens, die Sankt-Bonifatius-Kirche in der Holbeinstraße und das Museum für Kommunikation.

Die Mehrzahl der Fabrik-Veranstaltungen wird in der Alten Seilerei abgehalten, das Kinderprogramm hingegen in den Gemeindesaal der Bonifatius-Kirche ausgelagert. „Die Kirche ist für Großeltern, Eltern und Kinder leichter zu erreichen, weil sie zentral gelegen ist“, sagt Heidebrecht. Vier Veranstaltungen sind für nächstes Jahr im Museum für Kommuniklation geplant. Sie werden alle einen Bezug zu der noch bis 28. August laufenden Ausstellung „Klima_X“ haben.

Die Kosten für die Sanierung der alten Ölfabrik schätzt der Stiftungsvorstand inzwischen auf etwa fünf Millionen Euro, von drei bis vier Millionen war er im vorigen Jahr ausgegangen. Der Ukraine-Krieg hat die Preise in die Höhe getrieben, der Baubeginn wird auf sich warten lassen. „Das Grundkonzept ist mit dem Bauamt abgeklärt, aber es müssen noch Detailfragen besprochen werden“, sagt Heidebrecht.

Die Fabrik

Das 6. Jazzfestival der Fabrik wird vom 17. bis 19. November in der Alten Seilerei, Offenbacher Landstraße 190, gefeiert. Neben Enders Room (17. 11.) treten das Reinier-Baas-Trio (18. 11.) und das Jazzensemble des Hessischen Rundfunks ( 19.11.) auf. Alle Konzerte beginnen um 19 Uhr.

Ein Überblick über alle Veranstaltungen von „Fabrik außer Haus“ findet sich auf Webseite der Fabrik. lad

www.die-fabrik-frankfurt.de

Auch die Finanzierung steht noch nicht ganz. Die Stiftung will die Sanierung aus Grundstücksverkäufen finanzieren, 2,3 Mullionen Euro waren dafür schon zusammengekommen. Da sie aber die gesammte Summe nicht allein stemmen kann, ist die Stiftung jetzt dabei, Fördermittel einzuwerben.

Wegen ihres vorübergehenden Umzugs wird die Fabrik die Zahl der Veranstaltungen verringern. Mehr als 130 Konzerte waren für dieses Jahr geplant, etwa 100 werden es 2023 sein. Die Organisation an den neuen Spielstätten sei mit erheblichem Mehraufwand verbunden, sagt Karin Wagner, die künstlerische Leiterin der Fabrik. Doch auf gewohnte Highlights müssen Fabrik-Besucher:innen nicht verzichten. Wagner verweist auf das Jazzfestival, das am Donnerstag, 17. November, mit „Enders Room“, einem Projekt des Saxofonisten Johannes Enders, in der Alten Seilerei beginnt, Und auch bei der „Komischen Nacht“, dem Comedy-Marathon am Mittwoch, 9. November, ist die Fabrik dabei.

Wer Sehnsucht nach der alten Ölfabrik hat: Sie soll kein „lost place“, also „vergessener Ort“, werden. So lange es geht, werden Führungen durch das Industriedenkmal angeboten.

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