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Die „Dicke Raupe“ am früheren Wohnsitz im Erlenbruch. Foto: Stefan Cop
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Die „Dicke Raupe“ am früheren Wohnsitz im Erlenbruch.

Grüngürtel Frankfurt

Die „Dicke Raupe“ sucht ein neues Zuhause in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Skulptur aus der Reihe „Komische Kunst im Grüngürtel“ wurde vom Bau des Riederwaldtunnels verdrängt. Aber eine Lösung ist in Sicht - dank Philip Waechter.

Wenn jemand „Dicke Raupe“ heißt, was erwarten wir dann von ihr? Nun – in erster Linie muss sie natürlich dick sein. Das ist schließlich das Attribut, mit dem sie in Verbindung gebracht wird. Zusätzlich ist sie auch noch besonders grün. Aber das ist nicht das Problem.

Sondern: Weil die Dicke Raupe, eine von 14 Stars in der Reihe „Komische Kunst im Grüngürtel“, sehr dick ist, ist sie auch schwer. Bisher fiel das nicht besonders ins, äh, Gewicht, denn bisher saß sie ganz gut auf einer tapferen Birke im Erlenbruch. Nun kommt aber Problem Nummer 2: der Bau des Riederwaldtunnels. Er kostet so manchen Baum das Leben – darunter auch unsere Birke, Heimstatt der Dicken Raupe. Ein Leser wies jüngst darauf hin, dass sie weg sind, beide. Baum und Raupe.

Immerhin ist das grüne Tier schon mal entlastet – die Raupe hat den Baum nicht weggefressen, wie es ihre lächerlich kleinen Artgenossen mitunter tun.

Was soll’s, könnte man jetzt also sagen – setzen wir das Viech halt auf einen anderen Baum. Aber Gemach, so einfach ist es nicht, erklärt Thomas Hartmanshenn, der Leiter der Projektgruppe Grüngürtel im Umweltamt. „Die Raupe liegt bei uns auf Halde und wartet auf ein neues Objekt der Begierde.“ Es ist nämlich so: Der Urvater des komischen Wesens, F. K. Waechter, zeichnete es einst auf eine Birke. Und da sollte es auch unbedingt sitzen, nachdem Andreas Rohrbach 2008 die Zeichnung des 2005 verstorbenen Künstlers zur Skulptur metamorphosiert hatte.

Nun stellt sich die Frage: Darf die Raupe auf einen anderen Baum? Oder soll sie lieber wieder auf eine kräftige Birke, die dann aber ganz woanders stehen könnte und nicht mehr am ursprünglichen Ort im Riederwald. Hartmanshenn: „Derzeit fahren wir zweigleisig“, also Suche nach einer dicken Birke für die Dicke Raupe und Gespräch mit Philip Waechter, Sohn von F. K., über eine etwaige Birkenabkehr. Auf jeden Fall soll das Tier noch in diesem Jahr wieder in Erscheinung treten. Bevor die Raupe sich noch verpuppt und am Ende als Schmetterling davonfliegt. Als dicker Schmetterling.

Aber während wir uns hier noch Gedanken über ungelegte Raupeneier machen, hat Philip Waechter das Problem schon gelöst. Der Familienrat habe getagt, berichtet er freundlicherweise der FR (sowie natürlich auch dem Umweltamt), und: „Wir sind uns alle einig, dass die Raupe auch gerne auf einer Nicht-Birke sitzen darf.“ Es wäre doch gelacht, sagt er, wenn sich kein schönes Plätzchen finden ließe.

Bis dahin blicken wir auf andere komische und grüngürtelige Ereignisse. In diesem Jahr gilt es, das 30-jährige Bestehen des blühenden Rings um Frankfurt zu feiern, da passt die Rückkehr der Raupe natürlich bestens. Neue komische Kunstwerke in Absprache mit dem komischen Museum Caricatura sind erst einmal nicht zu erwarten. Bisher letzter Zugang war der Barfüßer in Rödelheim 2017 nach einer Zeichnung von Kurt Halbritter.

Arbeit gibt es trotzdem genug: Immer wieder finden es Zeitgenossen unheimlich komisch, Kunstwerke im Grüngürtel anzumalen, oder sagen wir’s, wie es ist: zu beschmieren. Robert Gernhardts Grüngürteltier am Alten Flugplatz kann ein Lied davon singen. Aktuell verewigte sich ein erschreckend unbegabter Aktionskünstler an Hans Traxlers Ich-Denkmal in Oberrad. Beziehungsweise: verewigte sich nicht. Reinigung folgt.

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