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Die Busfahrerin: „Ich konnte rollen und meine Zeiten einhalten“

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Busfahrerin Doris Domke
Busfahrerin Doris Domke © Michelle Spillner

Busfahrerin Doris Domke hat ihren Bus während des ersten Lockdowns durch eine fast leere Stadt gelenkt. Für ihren Beruf hat sich bis auf die Masken- und Abstandsregelungen kaum etwas geändert.

Seit zwei Jahren hat Doris Domke eine Plexiglasscheibe neben ihrem Fahrersitz und der Abstand zu den Fahrgästen beträgt gut zwei Meter. Die Sitze direkt hinter der Busfahrerin wurden zuerst gesperrt, der Fahrkartenverkauf eingestellt, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Diese Maßnahmen kamen schnell, mit dem ersten Lockdown, zusammen mit der Maskenpflicht. Kein Grund, die Stammgäste nicht per Zuruf zu grüßen. Schilder an den Türen wiesen darauf hin, dass vorne kein Einstieg mehr war. Wer das übersah, dem sagte sie es, ruhig und bestimmt, so auch der Hinweis auf die Maskenpflicht. Aber meistens machten die Gäste das schon unter sich aus, wenn einer seine Maske mal nicht richtig aufhabe. Die drei Türen öffnet Domke dennoch an jeder Haltestelle immer alle, zum Durchlüften.

„Als es mit Corona losging, habe ich mir gedacht: Das muss wohl was Schlimmes sein“, erinnert sich die 54-Jährige. Doch wer einen bis zu 18 Meter langen Bus durch den Frankfurter Stadtverkehr steuere, um eng geparkte Autos herum, immer die Radfahrer:innen im Blick, den könne so schnell nichts umhauen. Doris Domke ist eine von 14 Busfahrerinnen der insgesamt 633 Buslenker:innen, die für das städtische Verkehrsunternehmens In-der-City-Bus GmbH (ICB) fahren, das rund 50 Prozent der Frankfurter Busverbindungen abdeckt.

Viel habe sich für sie gar nicht geändert. Homeoffice könne sie schließlich nicht machen. Kurzarbeit gab es für sie auch nicht, es gab auf den 30 Linien genauso viel zu tun wie sonst – bisweilen sogar mehr. Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq habe dafür gesorgt, dass trotz stark gesunkener Fahrgastzahlen das gewohnte Verkehrsangebot unterbrechungsfrei zur Verfügung gestanden habe, damit die Busse nicht so voll gewesen seien. Klar, privat habe sie dieselben Einschränkungen wie alle anderen. Auf die Fitnessstudiobesuche musste sie phasenweise verzichten, die ihr wichtig sind: Busfahren braucht einen starken Kupplungsfuß und einen entspannten Rücken.

Das Miteinander mit den Kollegen und den Kolleginnen in den Pausen findet draußen statt. Nur in der Lockdownzeit, „da war es ruhig“, schildert sie. Als „friedlich“ möchte sie es bezeichnen auf den fast leeren Straßen. „Ich konnte rollen und meine Zeiten einhalten“. Und manchmal sei es ein wenig langweilig gewesen, als zu Zeiten der Schulschließungen die Schüler:innen nicht in den Bussen gewesen seien, und das fröhliche Kinderstimmengewirr gefehlt habe. Aber ansonsten sei Corona mit allen Begleiterscheinungen für sie „okay“. Es sei eine Frage der inneren Haltung.

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