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Eine künstliche Intelligenz namens Semmi kam im Berliner Hauptbahnhof zum Einsatz. Am Frankfurter Flughafen auch, dort unter dem Namen Franny. Foto: Deutsche Bahn
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Eine künstliche Intelligenz namens Semmi kam im Berliner Hauptbahnhof zum Einsatz. Am Frankfurter Flughafen auch, dort unter dem Namen Franny.

Mobilität

Die Bahn will mit künstlicher Intelligenz Fahrgäste gewinnen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Deutsche Bahn will mit Digitalisierung und dem Ausbau der Schiene die Reisendenzahl im Fernverkehr verdoppeln. KI soll auch in Bahnhöfen wie in Frankfurt zum Einsatz kommen.

Man stelle sich einen großen deutschen Bahnhof im Jahr 2030 vor, zum Beispiel den Hauptbahnhof in Frankfurt. Im Empfangsgebäude steht ein Podest mit Computerbildschirm und Avatar. Der Avatar fragt, wo man gerne hin möchte. Man nennt das Reiseziel. Der Avatar gibt an, an welchem Gleis der Zug losfährt und bucht auf Wunsch ein Ticket per Gesichtserkennung.

Bahn will 260 Fernreisende im Jahr erreichen

Am Bahnsteig zeigt eine Anzeige, in welchen Waggons viele Pendlerinnen und Pendler sitzen, und wo die meisten Plätze frei sind. Beim Einstieg in den ICE wird der Ticketpreis automatisch vom Handy abgebucht. Ein Push-Nachricht auf das Handy fragt, ob man einen Cappuccino möchte. Drückt man ja, bringt die Zugbegleiterin oder der Zugbegleiter das Getränk an den Platz.

So stellt sich Mirko Haase die Zukunft des Bahnfahrens vor. Haase ist Chefberater und Strategist bei DB Systel und kümmert sich vor allem um künstliche Intelligenz. Mit künstlicher Intelligenz und dem Ausbau der Schiene, mit mehr Zügen und Personal könne die Deutsche Bahn die Zahl der Passagiere im Fernverkehr auf 260 Millionen pro Jahr verdoppeln, sagt er.

Beim Modal Split ist der Schienenpersonenverkehr seit Jahrzehnten gegenüber dem Auto im Nachteil. 2020 fuhren die Deutschen im Personenverkehr zu etwa sechs Prozent mit der Bahn, etwa 87 Prozent fuhren mit dem Auto. „Die Wachstumsziele der starken Schiene sind ohne massive Digitalisierung nicht erreichbar“, sagt Haase beim Online-Vortrag. Eingeladen hatte der Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure (VDEI).

Chatbots sollen antworten

Auch sehbehinderte Menschen könnten von der Digitalisierung bei der Bahn profitieren, sagt Haase. Handys sollen künftig erkennen, wo sich beim haltenden Zug die Tür befindet. Wenn ein sehbehinderter Mensch mit dem Handy in der Hand an einer Tür vorbeiläuft, vibriert oder tönt das Mobiltelefon. Künstliche Intelligenz soll auch die Wartung von Zügen erleichtern.

So sollen Kameras die Schäden am Zug erfassen: wo ein Schräubchen fehlt, wo die Außenhülle Kratzer hat, wo ein Graffiti entfernt werden soll. Akustische Sensoren sollen wiederum die Fahrgeräusche des Zuges untersuchen, etwa um herauszuhören, ob das Drehgestell repariert werden muss. Chatbots sollen helfen, Kundenwünsche schneller zu erfüllen, indem sie Frage-und-Antwort-Kataloge auslesen und flink eine Antwort parat haben.

Falls sich Bürgerinnen und Bürger bei Neubauprojekten über Erschütterungen oder Baulärm beschweren, könnten Chatbots Erwiderungsschreiben mit Textbausteinen zusammenstellen, die dann von der Sachbearbeiterin oder dem Sachbearbeiter geprüft werden. Ein weiterer Chatbot soll soziale Medien nach Störungshinweisen durchsuchen, damit die Bahn schneller darauf reagieren kann.

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