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Gutes Herz und jugendliches Gemüt: Bonobo Margrit, topfitte Uroma.
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Gutes Herz und jugendliches Gemüt: Bonobo Margrit, topfitte Uroma.

Zoo Frankfurt

Die älteste Affen-Oma lebt im Frankfurter Zoo

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Weltstar Margrit: Die Frankfurter Bonobo-Urgroßmutter wird 70 Jahre alt – ungefähr. Sie hält jede Menge Rekorde.

Als Margrit in den Frankfurter Zoo kam, war die Eintracht amtierender Deutscher Meister und spielte in einem europäischen Wettbewerb mit, der heute Champions League heißt. Mehr muss man nicht schreiben, um klarzumachen: Das ist lang her. 1959. Sehr lang. Und weil Margrit immer noch lebt, kann man sagen, ohne uncharmant sein zu wollen: Sie ist alt. Sehr alt. Für einen Menschenaffen.

Irgendwann in diesen Tagen wird Margrit vermutlich 70 Jahre alt und ist damit – ebenso vermutlich – die älteste Bonobo-Ur-oma auf der ganzen Welt. So viele „vermutlich“, weil: Margrit und ein zweites Weibchen kamen am 18. November 1959 aus dem Zoo von Kinshasa, der heutigen Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, nach Frankfurt. Wann sie in den Regenwäldern geboren wurde, ist nicht präzise überliefert. Heute könnte das nicht mehr so laufen, denn heute werden Tiere, die im Zoo leben, nicht mehr in der Wildnis gefangen, sondern im Zoo geboren. „Dass heute noch Tiere, die im Freiland geboren wurden, in Zoos leben, ist eher die Ausnahme“, sagt Zoodirektor Miguel Casares. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen Cites hat 1975 den Handel mit Wildtierarten stark beschränkt.

Gefeiert wird natürlich, aber: „Es ist mehr eine Geburtsjahresfeier als ein Geburtstag“, verkündet der Zoo. Und die Leute aus der Tierpflegeabteilung freuen sich, dass „die liebe Uroma der Bonobo-Gruppe“ ein höchst erstaunliches Alter erreicht hat. So betagt werden Tiere nur im Zoo – soweit wir wissen. Falls es frei lebende Bonobos gibt, die noch älter sind, dürfen sie sich natürlich gern für ein Interview melden.

Margrit ist nicht nur wegen ihres Alters weltberühmt. Sie brachte auch das erste Bonobobaby zur Welt, das je in einem Zoo geboren wurde – hier in Frankfurt, 1962. Weitere sechs Junge folgten. Drei von ihnen leben heute noch in den Zoos von Wuppertal, Köln und La Vallée des Singes in Frankreich. Gesamtzahl der lebenden Nachkommen von Margrit: 84. Beeindruckend, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und lobt: „Der Frankfurter Zoo und die gesamte Bonobo-Population verdanken Margrit viel.“ Die Schimpansenart werde in nur 19 Zoos auf dem Globus gehalten – in 17 davon leben Nachkommen von Margrit, darunter Urenkel der fünften Generation.

Kommen und gratulieren ist schwierig. Wegen Corona ist das Frankfurter Menschenaffenhaus Borgori-Wald seit langem geschlossen. Aber, Tipp von der Dezernentin: Jetzt, da es warm wird, lassen sich die Bonobos auch wieder auf der Außenanlage blicken. Und wie geht’s der alten Dame? Sie sei immer noch ein echter Sonnenschein und sogar beim Toben und Streiten „an vorderster Front mit dabei“, heißt es aus dem Zoo. Die Gruppe respektiere die erfahrene und gutmütige Matriarchin. 2004 beispielsweise nahm sie sich ihres Enkels an, als sich seine Mutter nicht mehr um ihn kümmerte, und behütete ihn, bis er in einen französischen Zoo umzog. Von den Tierpflegerinnen und -pflegern gibt’s dafür schon mal ein Leckerchen, das mit alterschwachem Gebiss genießbar ist.

„Momentan geht es Margrit ihrem Alter entsprechend gut“, freut sich Casares. „Wir hoffen, dass das noch recht lange so bleibt und sie uns noch eine ganze Weile mit ihrem Charme um den Finger wickeln kann.“ Wenigstens bis zum nächsten Meistertitel der Eintracht.

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