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Da lang, Papa: Die kleinen Besucher des Wäldchesfests wissen, wo es die leckersten Speisen und tollsten Karussells gibt.

Wäldchestag

Dichtgedrängt im Grünen

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Tausende Menschen vergnügen sich an Pfingsten bei  der Frankfurter Traditionsveranstaltung. Bei den Jüngsten stehen die Karussells hoch im Kurs - Hauptsache es dreht sich schnell.

So weit das Auge reicht, sind Menschen zu sehen. Gemächlich schieben sie sich entlang der Fressbuden-Meile auf dem Wäldchestag. Seite an Seite und fast Fußspitze an Ferse. Fast genau so voll war es am Sonntag auf der Karussellstraße. Dort wo sich die Fahrgeschäfte mit den englischen Namen aneinanderreihen: Highway, Hip Hop Fly, Break Dancer. Dazwischen ein Autoscooter oder auch Fuzzys Lach-Saloon. Um Stille zu genießen, taugen weder die Karussellstraße mit der lauten Musik noch der lange Weg mit den Fressbuden. Aber wer kommt am Wäldchestag auch schon zum Entspannen in den Stadtwald?

Wo sich am Sonntag Menschen dicht an dicht drängten, war am Samstagnachmittag noch deutlich weniger Betrieb. Die Musik der Fahrgeschäfte dudelt bereits, doch teilweise fahren nur einzelne Mutige mit den sich schnell drehenden Attraktionen. Auch die Budenbesitzer, die abwechslungsreiche Speisen bieten, haben Grill und Friteuse bereits angeheizt. Fündig dürfte wirklich jeder Besucher bei der Auswahl werden: Reibekuchen, Blumenkohl, Pommes, Rindswurst, Fisch und jede Menge Süßkram. Dazu eine breite Palette internationaler Speisen von Kenia über Portugal und Ungarn bis hin zu den Niederlanden.

Am Kettenkarussell steht Frank Koethe samt Frau und Enkelkind. Alle drei blicken nach oben und winken dem zweiten Enkelkind zu, das gerade in luftigen Höhen seine Runden dreht. „Wir sind wegen der Kinder hier“, sagt der Mann aus Kriftel. Das letzte Mal seien sie vor 15 Jahren auf dem Wäldchestag gewesen. Im Grunde sei alles wie früher auch, erinnert sich Koe-the. „Nur die Fahrpreise sind sehr teuer geworden.“

Wer sich weiter auf den Wegen durch den Wald bewegt, wird auch noch Buden mit Bekleidung, Taschen und aufsprühbaren Tattoos entdecken. An einem Stand gibt es allerlei Dinge mit dem blauen Mustern, das man sonst vom Bembel kennt.

Wäldchestag

Bei Kindern besonders beliebt sind in diesem Jahr auch wieder der Aquaball, bei dem sie in einem luftgefüllten Ball übers Wasser krabbeln, und das Bungee-Trampolin, das wirklich hohe Sprünge ermöglicht. Auf der Bank einer Biertischgarnitur sitzen Kim und Lukas. Ihren Nachnamen wollen sie nicht nennen. Die beiden Frankfurter haben einen Gast dabei, der sie besucht und nun den Wäldchestag nähergebracht bekommt. Bei einem Glas Apfelwein erzählen die drei. „Wir sind alle das erste Mal hier“, sagt der 31 Jahre alte Lukas. Das Fest sei schön gemacht, und sie hätten auch schon beim Schießen gewonnen. „Vielleicht kommen wir in den kommenden Tagen noch mal spontan her“, sagt die 27-jährige Kim.

Wer nicht nur essen und trinken, sondern auch etwas fahren möchte, hat die Qual der Wahl. Bei der Achterbahn Supermaus gibt’s einen Drehwurm, und auch die sich überschlagenden und drehenden Fahrgeschäfte sind nichts für Zartbesaitete. Entspannter sind da Kettenkarussell oder auch das Riesenrad. Für sechs Euro bringt einen die Gondel des Rads in gut 45 Meter Höhe. Besonders wenn das Karussell dann stoppt, bietet sich ein toller Blick aufs Stadion, auf die ehemalige Rennbahn oder die Skyline. Die Geräusche der Menschen unter einem dringen nur noch gedämpft ans eigene Ohr. Nach fünf Umdrehungen ist man wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen.

Was den Wäldchestag so besonders macht, erklären Kai und Petra. Die beiden Frankfurter wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Auskunft gibt es trotzdem von den beiden, die seit Jahrzehnten an Pfingsten in den Stadtwald kommen. „Es ist einfach Tradition und macht Spaß“, sagt Kai. Man komme, um Freunde zu treffen. In den zurückliegenden Jahren seien manche Sachen natürlich größer geworden, andere Dinge seien weggefallen, wie etwa die Zelte mit den Amerikanern oder die Wäldchesbahn, die immer fuhr. Auch der Dienstag – der eigentliche Wäldchestag – habe sich verändert. Während früher noch viele Menschen frei bekommen hätten und dann zum Fest gegangen seien, hat die Zahl nun merklich abgenommen. Die beiden wollen am Dienstag aber wiederkommen.

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