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Ím Mikrodepot an der Klapperfeldstraße ist Platz für vier Pedelecs - und 240 Pakete.

Innenstadt

Pakete per Pedelec

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Der Dienstleister DHL nimmt ein Depot in der Frankfurter Innenstadt in Betrieb. Es soll helfen, die Kohlendioxid-Belastung zu senken.

Diese Box fällt auf. Ein gelber Container von DHL-Express steht seit kurzem auf drei Parkplätzen gegenüber dem früheren Gefängnis Klapperfeld im Gerichtsviertel. Von hier aus bringt der Paketdienstleister täglich 240 Pakete zu Kunden in der Innenstadt – mit vier Pedelecs. „Wir sparen dadurch 700 Liter Diesel im Monat und vermeiden zwölf Tonnen Kohlendioxid im Jahr“, sagt DeutschlandChef Markus Reckling. Mit dem Mikrodepot an der Ecke Klapperfeldstraße/Heiligkreuzgasse hat DHL-Express den zentralen Umschlagpunkt für die innerstädtische Zustellung eröffnet. Getestet wurde das Mikrodepot zuvor in Rödelheim im Jahr 2017.

Ein weiteres Mikrodepot steht in der Meisengasse. Von dort liefert der Mitbewerber UPS Pakete an Kunden in der City. Außerdem testete Hermes im Herbst die Beförderung von Paketen in einer Güterstraßenbahn der VGF. 

Neben dem Umweltschutz erwarten die Paketdienstleister von dieser Art Beförderung mehr Akzeptanz beim Kunden. „Jeder möchte seine Pakete zugestellt bekommen, aber niemand will, dass Lieferwagen in zweiter Reihe parken“, fasst Reckling zusammen. 

„Wir müssen global denken und lokal handeln“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), die sich zum Klimaschutz und zum lokalen Einzelhandel bekennt. „Ich bestelle überhaupt keine Pakete im Internet, sondern gehe lieber in die Läden nebenan – sonst haben wir irgendwann gar keine Läden mehr in den Stadtteilen.“

Da schaut Reckling leicht verstimmt. Sein Job ist es ja, möglichst viele Pakete zu befördern. „Wenn Sie ein Paket um 18 Uhr in Frankfurt abgeben, ist es am nächsten Tag um 13 Uhr in New York“, sagt er. Schnelligkeit sei bei der Zustellung entscheidend. Das sei ein weiteres Argument für Mikrodepots und Paketboten auf Rädern. „Mit Fahrrädern lassen sich Staus umfahren, dadurch kommen wir auf bis zu doppelt so viele Zustellungsstopps.“ 80 Stopps seien es pro Tour mit dem Rad. 

Morgens um 8 Uhr bringt ein Transporter aus dem Frachtzentrum in Raunheim die Pakete zum Container, wo auch vier Pedelecs über Nacht stehen. „Wir hatten schon einen Einbruchsversuch, aber unser Diebstahlsystem ist auf dem neuesten Stand“, sagt Reckling. Dann beginnen die Fahrer ihre Touren. Was nicht aufs Rad passt, wird zwischengelagert.

Der Strom fürs Licht und Laden der Pedelec-Batterie kommt aus einem Akku, der einmal in der Woche gewechselt wird. „Wir haben versucht, den Akku über Solarpaneele auf dem Dach zu laden, aber schauen Sie sich um“, sagt Reckling und deutet auf die hohen Gebäude ringsherum. „Wir sind zu sehr im Schatten.“ 

Ein Schattendasein sollen Mikrodepots nicht fristen. „Wir brauchen bei den rasant steigenden Paketzulieferungen innovative Lösungsansätze auf der letzten Meile“, fordert Alexander Theiss von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt. Die zwei Mikrodepots in der Meisengasse und Klapperfeldstraße sollten erst der Anfang sein. Nötig sei ein Andienungslieferzonenkonzept für die Innenstadt. „Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann, dass die Mikrodepots dauerhafte Lösungen werden“, sagt Theiss. Bislang dürften die beiden Depots in der Innenstadt als Modellversuch nur zwei Jahre lang stehen. 
Anders in Düsseldorf: Dort will DHL-Express bis Frühjahr 2019 eine kleine Halle in Betrieb nehmen, um die komplette In

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