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DGB Frankfurt begrüßt Abwanderung von Rechenzentren

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Von: Christoph Manus

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Rechenzentren brauchen viel Platz. Damit verschärfen sie nach Ansicht des DGB die Flächenkonflikte in Frankfurt.
Rechenzentren brauchen viel Platz. Damit verschärfen sie nach Ansicht des DGB die Flächenkonflikte in Frankfurt. © christoph boeckheler*

Der Frankfurter DGB kritisiert das starke Wachstum von Rechenzentren in der Stadt in scharfen Worten. Dass sich diese woanders ansiedeln könnten, ist für ihn keine Drohung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verteidigt die von der Stadt Frankfurt geplante Regulierung der Ansiedlung von Rechenzentren gegen Kritik aus der Branche. Die German Datacenter Association, ein Zusammenschluss von Betreibern und Inhabern von Rechenzentren, hatte verärgert auf den bisher nur vom Magistrat beschlossenen Masterplan reagiert und vor einer Abwanderung von Data Centern ins Umland, etwa nach Offenbach, Hanau und Hattersheim, gewarnt. Ähnliche Kritik hatten die Industrie- und Handelskammer und die CDU im Römer geäußert. Für den Frankfurter DGB-Chef Philipp Jacks ist eine Ansiedlung von Rechenzentren im Umland allerdings keine Drohung. „Das ist genau unsere Forderung, denn wir haben bereits einen enormen Flächenmangel in Frankfurt.“ Rechenzentren zahlten „fast jeden Preis“ für Grundstücke, dadurch werde es noch schwerer, Flächen für Industrie, Handel, Wohnungen und Schulen zu finden, argumentiert Jacks. Zudem drohten bei einem weiteren Wachstum von Rechenzentren in Frankfurt Kapazitätsengpässe in der Stromversorgung.

Wenn sich Rechenzentren andernorts ansiedeln, schwächt das nach Ansicht von Michael Erhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Frankfurt, den Wirtschaftsstandort nicht. Gemessen am Platzverbrauch entstünden in Rechenzentren sehr wenige Arbeitsplätze, die Gewerbesteuereinnahmen seien daran gemessen „ein Witz“, sagt Erhardt. Gleichzeitig führe die „Wildwest-Mentalität“ beim Kampf um Flächen dazu, dass Arbeitsplätze und Lohnabhängige aus der Stadt gedrängt würden. cm

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