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Von drauß, vom Walde kommt FR-Chefredakteur Arnd Festerling, bringt Stern und Engel ...

FR-Patenvogel im Zoo Frankfurt

Weihnachtsdiät für Hobbit

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Bitter: Der FR-Patenvogel im Frankfurter Zoo darf keine Obstgeschenke annehmen – weil seine Frau zu dick ist.

Das Leben, liebe Menschen und Tiere, es kann ungerecht sein. Das lehrt uns unter anderem der Besuch des Weihnachtsmanns beim geliebten Patenvogel der Rundschau-Redaktion: bei Hobbit, dem grünen Bergpapagei. Aber der Reihe nach.

„Hallo, Hobbit!“ – „Hey, da seid ihr ja endlich!“ Die Wiedersehensfreude ist groß, als die FR-Delegation im Zoo auftaucht. Man kennt sich aus guten wie aus schlechten Tagen. Mal nahm der grüne Kea die Oster- und Weihnachtsgeschenke der Redaktion huldvoll entgegen, mal war er das unfehlbare Orakel, das die deutsche Fußballnationalmannschaft zum Weltmeister (2014) beziehungsweise nicht zum Europameister (2012) machte.

Aber was diesmal geschieht, das gab es noch nie. „Er darf nichts zu fressen bekommen – tut mir leid“, sagt Amalie Prott, die Tierpflegerin. „Wie – nichts zu fressen?“, fragen Hobbit und FR-Chefredakteur Arnd Festerling im Chor, die Gesichter gleichermaßen entsetzt. Schließlich wuchtet die Abordnung der Journalisten einen Korb heran, gefüllt mit Früchten, nur vom Feinsten. Es gibt Pflaumen, natürlich Kiwis aus Hobbits neuseeländischer Heimat, Äpfel, Birnen, Erd- und Walnüsse, sogar Feigen. Alles nix?

Man sieht Amalie Prott an, dass es sie wirklich schmerzt, aber da gibt es kein Pardon. Problematisch ist nur die Begründung. Wenn man es aus Hobbits Perspektive betrachtet. Die Sache ist nämlich die: Hobbits Lebensgefährtin Nele ist ziemlich … wie soll man sagen … beleibt. „Die ist fett“, sagt Amalie Prott, „einfach nur dick.“ So kann man es natürlich auch bezeichnen.

Wenn wir Zahlen sprechen lassen wollen: Hobbit, der Hahn, wiegt 825 Gramm – völlig in Ordnung für einen durchtrainierten Mann. Nele, das viel jüngere und noch nicht mal geschlechtsreife Kea-Huhn, wiegt 1300 Gramm. Woher die Körperfülle? Schwanger kann sie ja nicht sein. Ein Rätsel, sagen die Leute vom Zoo. Klar ist nur: Sie muss Diät halten, und deshalb kriegt Hobbit auch nichts. Gemein! „Sie ist sehr dominant“, sagt Amalie Prott, „und er möchte keine Streitereien. Er gibt dann nach.“

Am Ende frisst Nele ihm alles weg. Schicksal. So läuft das Leben eines Gentleman.

Andererseits sieht er ja prächtig aus und ist auch wieder zu allerlei Schabernack aufgelegt. Engel und Stern aus Holz – die immerhin darf er als Geschenk annehmen – schmeißt er im hohen Bogen weg. Die grüne Weihnachtsmannmütze des Chefredakteurs interessiert ihn viel mehr. Und natürlich die Ohren. So ein Biss mit einem Kea-Schnabel ins Ohr: unvergesslich. Ein neues Ohr ist ja auch heutzutage kein Problem mehr. Die plastische Chirurgie ist da sehr weit.

„Wie war das Jahr, Hobbit?“

„Ganz okay. Kurz nach Ostern durften wir ja wieder raus in unser Gehege. In der Zwischenzeit hatten sie das Gitter verstärkt.“

„Damit du nicht abhaust.“

„Ha? Haha? Ahahahahahaha!“

„Was denn?“

„Wenn ich wollte, Kollege, wäre ich hier längst weg und hätte im Übrigen schon das Zoo-Gesellschaftshaus umgebaut.“

„Klar, und den Berliner Flughafen fertiggestellt. Keas können alles. Aber wieso wurden denn dann die Gitter an deiner Wohnung verstärkt?“

„Damit diese Marder hier nicht reinkommen. Nele ängstigt sich.“

„Verstehe.“

„Kann ich deinen Kugelschreiber haben?“

„Nein. Du kriegst doch gleich Chicoree und Gemüse und so, hat Amalie Prott gesagt.“

„Toll.“

„Können wir dir sonst noch was Gutes tun, Kumpel?“

„Oh, die Mütze des Chefredakteurs …“

Fast schien es, als würden wir in diesem Jahr mit intakten Mützen und ohne Bisswunden wieder rauskommen. Aber im letzten Moment knipst Hobbit die Bommel von Arnd Festerlings Mütze, verstellt die Blende an der Kamera von FR-Fotograf Rolf Oeser und beißt demselben zum Abschied kernig in den Hals. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, lieber Hobbit, war wieder sehr nett. Und frohe Weihnachten.

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