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Den Gästen wurde ganz schön eingeheizt.

Frankfurter Sportgala

Der Star ist der Pokal

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Bei der 8. Frankfurter Sportgala sorgt eine mitgebrachte Trophäe für Glanz.

Natürlich war am Ende der DFB-Pokal der Star. Jene Trophäe, die die Fußballer von Eintracht Frankfurt im Mai errungen hatten und die letztlich dafür verantwortlich ist, dass sie mit erstaunlichen 53 Prozent aller Stimmen zur Mannschaft des Jahres gewählt wurden. So viel Zustimmung hat früher nur die CSU in Bayern bekommen.

Bei den anderen Abstimmungen zur 8. Frankfurter Sportgala war es teilweise deutlich knapper zugegangen. Bevor es so weit war, führte aber Sportdezernent Markus Frank (CDU) in einem nicht enden wollenden Grußwort in die Gala in den Mainarcaden der Stadtwerke ein. Parteikollege und Stadtkämmerer Uwe Becker hätte wohl die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als Frank vom reichen Frankfurt erzählte, in dem die Einnahmen nur so sprudelten und das daher weiter in seine sportliche Infrastruktur investieren werde. In der vergangenen Woche sei in Fechenheim der 43. Kunstrasenplatz der Stadt eröffnet worden und im kommenden Jahr solle es weitere sechs Plätze geben.

Dann aber ging es los mit den Ehrungen. Zunächst mal war Jan Förster sehr überrascht, zum Trainer des Jahres gewählt zu werden. Der Trainer des Frankfurter Golfclubs, der nicht nur den richtigen Abschlag lehrt, sondern sich auch für ein Hilfsprojekt in Ghana einsetzt, dachte, die Gewinner würden vorab informiert. Wurden sie nicht und so freute sich auch das „Frankfurter Mädsche“ Sarah Köhler von der SG Frankfurt, die von der Internetgemeinde mit 27 Prozent der Stimmen zur Sportlerin des Jahres gekürt wurde. Die Langstreckenschwimmerin, die bei der Europameisterschaft in diesem Jahr gleich drei Medaillen einheimste, verriet noch, wie viel es dafür zu trainieren gilt. Das ist deutlich mehr, als etwa die Herren Fußballer tun, aber was das Geld verdienen mit ihrem Sport angeht, bekannte Köhler freimütig: „Ich wäre nicht böse drum, wenn es ein bisschen mehr wäre.“

Auch der Sportler des Jahres ist noch kein Großverdiener. Der junge Frankfurter Kevin Kranz war in diesem Jahr überraschend Deutscher Meister über die 100-Meter-Strecke geworden und hatte bei der U23 sogar über die 100 und 200 Meter den nationalen Meistertitel eingeheimst. Das Gefühl, dass etwas „unbeschreiblich“ sei, habe er „ziemlich oft in diesem Jahr gehabt“, bekannte der 20-Jährige.

Dann wurde es erst mal exotisch und dafür war die FTG Frankfurt verantwortlich. Deren Capoeira-Abteilung heizte den Festgästen mit wilden Tänzen und dem Berimbau ein, einem alten Saiteninstrument. Dabei bewies sich Trainer Michael Vas als wahrer Entertainer und trug maßgeblich zum gelungenen Showprogramm bei.

Überhaupt hat sich die anfangs etwas belächelte Frankfurter Sportgala gemacht. „Wir sind zum fünften Mal in Folge ausverkauft, es wären gerne noch mehr Gäste gekommen“, verkündete Stadtrat Frank stolz und legte Wert darauf, dass die ganze Organisation nur vom Sportamt gestemmt worden sei. „Ohne Agentur, alles handgemacht.“

Handgemacht ist auch der DFB-Pokal und den brachte Fischer mit auf die Bühne. Der Eintracht-Präsident vermittelte dabei den Eindruck, als sei er gerade eben erst vom Pokalerfolg aus Berlin gekommen: mit krächzender Stimme, in Erinnerungen schwelgend. Fischer hob aber noch hervor, dass es ja noch mehr gebe als nur Fußball und alleine bei der Eintracht 15 000 Athleten und Athletinnen 52 Sportarten betrieben.

Aber am Ende wollten sich dann doch die meisten Festgäste mit dem DFB-Pokal ablichten lassen und nicht mit einem der gekürten Sportler. Da war es auch fast schon wieder egal, dass von der Mannschaft des Jahres selbst niemand gekommen war.

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