Frankfurt

Dezernent Majer sieht keine Versäumnisse nach Corona-Ausbruch

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Linke im Römer kritisiert den Magistrat wegen Unterbringung von Geflüchteten in Massenunterkünften.

Die Stadt Frankfurt hält an ihrem Ziel fest, Geflüchtete und Wohnsitzlose nicht länger in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Wie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Donnerstag vor den Stadtverordneten ausführte, versucht die Kommune, Wohnungen mit eigener Küche und Badezimmer zu finden – was allerdings angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt sehr schwer sei. Eine Unterbringung in Hotels sei keine gute Alternative, da dort eben keine Kochgelegenheiten zur Verfügung stünden, sagte Majer.

Anlass für die Diskussion war der Corona-Ausbruch in einer Unterkunft in Bockenheim vor einigen Wochen. Etwa 85 Menschen hatten sich in dem Gebäude oder in direkter Folge des Ausbruchs mit dem Virus infiziert.

Bürgerinitiativen hätten immer wieder auf die Gefahr der Ansteckung hingewiesen, sagte die Fraktionschefin Dominike Pauli. Dennoch habe der Magistrat die Bewohnerinnen und Bewohner erst nach dem Ausbruch einzeln untergebracht.

Die Stadtregierung müsse sich aber keine Vorwürfe machen, sagte Majer. Mit Beginn der Corona-Krise seien in den Unterkünften Maßnahmen ergriffen worden. So müssten die Bewohnerinnen und Bewohner in den Gemeinschaftsräumen einen Mund-Nase-Schutz tragen und dürften keinen Besuch mehr empfangen.

Laut Majer leben 7800 Menschen in Frankfurt in Gemeinschaftsunterkünften. 4500 davon sind Geflüchtete. Eyup Yilmaz (Linke) kritisierte, es dauere oft Jahre, bis die Menschen in eigene Wohnungen umziehen könnten.

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