Frankfurt

Im Dezember Zahlen zur Zukunft der Frankfurter Bühnen

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Die Kulturdezernentin mahnt die Magistratskollegen zu Disziplin, während der Baudezernent auf Resultate der Stabsstelle drängt.

Im Dezember wird die städtische Stabsstelle Bühnen die Ergebnisse ihrer Arbeit zunächst intern in der Römer-Koalition präsentieren und danach der Öffentlichkeit. Das hat Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) gegenüber der FR angekündigt. Die Sozialdemokratin zeigte sich zugleich erkennbar verärgert darüber, dass in der CDU schon offen über eine Verlagerung der Bühnen in den Osthafen nachgedacht wird.

„Wir gehen davon aus, dass alle Entscheidungsträger die Ergebnisse abwarten, um fundierte Aussagen treffen zu können“, sagte Hartwigs Sprecherin Jana Kremin der FR.

Am Montag hatte sich Baudezernent Jan Schneider (CDU) mit dem Leiter der städtischen Stabsstelle Bühnen, Michael Guntersdorf, getroffen. Tatsächlich konnte Guntersdorf aber, wie er auch im Gespräch mit der FR bestätigte, noch keine abschließenden Zahlen für die Kosten einer Sanierung der betagten Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz nennen.

Der CDU-Kreisvorsitzende und Baudezernent Schneider bemühte sich am Dienstag erkennbar, die Magistratsdisziplin einzuhalten. „Ich möchte mich noch nicht öffentlich über einen Umzug der Bühnen in den Osthafen äußern, bevor wir nicht über belastbare Zahlen verfügen, was eine Sanierung im Bestand tatsächlich kostet“, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der FR. Alles andere ergebe keinen Sinn.

Damit wächst der Druck auf den erfahrenen Architekten und Manager Guntersdorf, der Politik endlich Ergebnisse zu liefern. Auch das öffentliche Interesse an der Zukunft der Städtischen Bühnen ist riesig. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten das große Gebäude der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz besichtigen. Am heutigen Mittwoch, 20. November, um 18 Uhr, organisiert die Stadt wieder eine Führung durch das Haus.

Da die Teilnehmerzahl aber jeweils auf fünfzehn Personen begrenzt wird, ist die heutige Führung längst ausgebucht.

Im Mai 2019 hatte Guntersdorf bei einer Pressekonferenz die „reinen Baukosten“ für eine Sanierung des Theatergebäudes im Bestand auf 480 Millionen bis 500 Millionen Euro beziffert. Diese Lösung würde es allerdings mit sich bringen, dass die Werkstätten von Oper und Schauspiel sowie die Probebühnen in einem neuen Logistikzentrum außerhalb des Willy-Brandt-Platzes konzentriert werden müssten. Für dieses Zentrum könnte eine weitere dreistellige Millionensumme erforderlich werden.

Der Fachmann Guntersdorf äußert sich kritisch zu einer Verlagerung der Bühnen in den Osthafen, über die jetzt bei der CDU nachgedacht wird. Die Anbindung dieses Standortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei schlecht, so der Architekt im Gespräch mit der FR. Die nächste U-Bahn-Station wäre der Ostbahnhof am Danziger Platz, der recht verwahrlost wirkt.

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