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Schön ist die Bundesbank-Zentrale nicht gerade, aber ein Symbol an Beständigkeit. Finden jedenfalls die Banker selbst.  

Wilhelm-Epstein-Straße

Frankfurt: Die Bundesbank baut die Zentrale aus 

Sanierungen und Erweiterungen der Zentrale sind ohne Änderung des Bebauungsplans möglich. Die Arbeiten beginnen im Jahr 2021.

Die Deutsche Bundesbank ist in ihren Umbauplänen einen Schritt weiter gekommen. Die Stadt Frankfurt und die auch international bedeutsame Finanzinstitution haben am Montag eine entsprechende gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin halten sie fest, dass die Bank das von Architekt Ferdinand Heide ersonnene städtebauliche Konzept umsetzen kann, ohne dass die Kommune dafür den Bebauungsplan ändern muss.

Immerhin will die Bundesbank nicht nur ihr Hauptgebäude an der Wilhelm-Epstein-Straße 14 komplett entkernen und sanieren. Es soll auch eine Reihe von Bauten neu auf dem Areal entstehen. Etwa ein Gastro-Pavillon, Büro- und Konferenzräume, eine Halle für den Betriebssport, eine Kita. Die Zahl der Mitarbeiter vor Ort wird sich von rund 2500 auf 5000 verdoppeln.

Längst hat die Bundesbank Büros in der Innenstadt anmieten müssen, weil nicht mehr alle Mitarbeiter ins Haupthaus passen. Rote Minibus-Shuttles fahren sie von Ginnheim zum Trianon- oder zum Skyper-Hochhaus. Sanierungsbedürftig ist das ab 1967 errichtete Hauptgebäude ebenfalls. Zum Beispiel gibt es nur in den oberen Etagen eine Klimaanlage.

Frankfurt: Bank soll „grobkörnig“ bleiben 

Wie genau die neuen Häuser aussehen sollen, klärt die Bank nun über einen weiteren Architektenwettbewerb. Sicher ist aber: Den Frankfurtern bleibt der Blick auf den monumentalen Betonbau im Stile des Brutalismus erhalten. An eine Fassadenbegrünung oder Umgestaltung des 217 Meter langen und 54 Meter hohen Gebäudes denken die Banker nicht.

Das Antlitz soll „grobkörnig“ bleiben, sagt Guido Müller, Leiter des Bereichs Bau. „Es soll Stabilität demonstrieren.“ Immerhin stehe es sinnbildlich für die Währung und die ganze Bundesrepublik. Einen begrünten Monolithen könne er sich nicht vorstellen.

Die wesentlichen Änderungen spielen sich auf der anderen, der nördlichen Seite ab. Dort ist die Bank offen für Vorschläge, auch an der Klimadebatte orientierte. Es soll sogar Vorgaben geben, nachhaltig zu bauen. „Wir wollen natürlich einen CO2 -neutralen Campus“, sagt Müller. Vielleicht wäre auch Beton-Recycling auf dem Gelände möglich.

Eine Sanierung im laufenden Betrieb ist dagegen nicht möglich. „Wenn wir links unten anfangen, den Bohrhammer anzusetzen, fällt oben der Vorstand vom Stuhl“, sagt Vorstandsmitglied Johannes Beermann. Los gehen die Arbeiten allerdings erst Mitte 2021. Das Projekt verschiebt sich um zwei Jahre. Das liegt an einer Verzögerung bei einem anderen Bauprojekt.

„Wir sitzen zwei Jahre warm und trocken“

Die Banker wollen zur Zwischenmiete im Frankfurter Büro Center (FBC) an der Mainzer Landstraße unterkommen. Da sitzt aber noch die Anwaltskanzlei Clifford Chance, die eigentlich in das Bürohaus Junghof Plaza ziehen will. Das ist aber noch nicht fertig. Die Frage, ob er wegen der Verzögerung an eine Schadensersatzforderung denke, lässt Vorstand Beermann kühl abprallen.

„Wir haben keinen Schaden“, sagt er. „Wir sitzen zwei Jahre warm und trocken.“ Entspannt in die Zukunft schauen lässt ihn wohl auch, dass die Banker die zwei bis drei Jahre einsparen, die eine Änderung des Bebauungsplans mit sich bringen würde, wie Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) anmerkt.

Beruhigend ist auch: Die auf dem Areal eingelagerten Goldreserven bleiben in der Bauphase am Standort. 1800 Tonnen sind nicht so einfach zu verschieben. „Diese logistische Hürde wollen wir uns nicht aufbürden“, sagt Beermann.

Auch an anderer Stelle in Frankfurt wird gebaut. Im Palmengarten ist bereits ein neuer Rohbau eröffnet worden – zu einem ganz besonderern Jubiläum. Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) präsentierte außerdem neue städtische Leitlinien zur „Qualität im Städtebau“.

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