Krebs

Der "Schmetterling" wird zehn Jahre alt

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Verein fordert mehr Unterstützung für die seelische Betreuung von Krebspatienten.

Der Verein „Schmetterling“ hat sich als Erfolgsstory entpuppt und eine große Wirkung entfaltet: Über eine Million Euro wurden an Spendengeldern gesammelt, über 700 000 Euro davon kamen dem Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) in Frankfurt zugute, das inzwischen gut aufgestellt ist und über eine mit vielen Kliniken und Fachabteilungen vernetzte Psychoonkologie verfügt.

Sie besteht aus einem Team von acht Psychoonkologen, einem Sekretariat und einer studentischen Hilfskraft, wie UTC-Chef Christian Brandts am Dienstag auf einer kleinen Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen im Frankfurter Hotel Intercontinental erklärte – auch das Interconti gehört zu den „Schmetterling“-Sponsoren.

Mehr als 18 000 Patienten konnten in den zehn Jahren betreut werden, in der Regel wurden mehrere Gespräche geführt, um den Patienten zu helfen, neuen Lebensmut zu schöpfen. „Mit der Diagnose Krebs hin zum Leben“ heißt das Motto der Schmetterlinge, das vom Vereinsvorsitzenden Bernhard Läpke zitiert wurde.

Lückenbüßer wider Willen

Läpke zog eine durchaus auch selbstkritische Bilanz. Man sei zum „Lückenbüßer“ geworden, indem man sich dafür eingesetzt habe, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: die ganzheitliche Therapie von Krebspatienten, in der auch die Ängste und die Traurigkeit behandelt werden.


Läpke erinnerte an den nationalen Krebsplan aus dem Jahr 2008. Darin heißt es: „Alle Krebspatienten erhalten bei Bedarf eine angemessene psychoonkologische Versorgung.“ Das Instrumentarium zur Erkennung psychischer Störungen bei Erkrankten und ihren Angehörigen sollte verbessert und die Versorgung im stationären und ambulanten Bereich sichergestellt werden. Nach Einschätzung des Vereins gibt es bis heute keine Pläne zur Umsetzung.

 Der Verein selbst möchte, so Läpke, „dynamischer werden“, ein Stück weit abrücken von der „Basisversorgung“, mehr innovative Projekte wagen. In diesem Jahr wollen die Schmetterlinge besonders die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Frankfurter Uniklinikums unterstützen, deren Patienten oft entstellt sind. Ein Schwerpunkt im nächsten Jahr soll die Betreuung der Kinder von Krebspatienten sein.

Mit sogenannten Charity-Veranstaltungen wird der Verein voraussichtlich weiter für ein ansehnliches Spendenaufkommen sorgen – vorgesehen sind unter anderem zwei respektable Golfturniere. Alle Spenden, versicherte Läpke, fließen zu hundert Prozent in die Projekte.
 

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