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Der Westend-Campus ist zentraler Bestandteil der Goethe-Universität heute.

100 Jahre Universität in Frankfurt

Lustgewinn an der Goethe-Uni

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Mit dem Jubiläumsprogramm wächst der Stolz auf Frankfurt als Wissenschaftsstadt. Der Gipfel der Festivitäten ist erreicht, wenn am eigentlichen Geburtstag, dem 18. Oktober, Bundespräsident Joachim Gauck zur Gratulation in der Paulskirche spricht.

Die Goethe-Universität verwächst (wieder) mit der Stadt. An die 200.000 Menschen, hieß es am Montag zur Zwischenbilanz des derzeitigen 100-Jahr-Jubiläums, habe die Hochschule mit dem ganzjährigen Programm bisher erreicht. Präsident Werner Müller-Esterl sprach sogar von „Lustgewinn“. Im Austausch mit den Bürgern und ihren Institutionen werde das Profil der Hochschule „neu geformt“.

Der Gipfel der Festivitäten ist erreicht, wenn am eigentlichen Geburtstag, dem 18. Oktober, Bundespräsident Joachim Gauck zur Gratulation in der Paulskirche spricht. Am Abend sollen die Frankfurter zum Feuerwerk auf den Westend-Campus strömen. 100 Veranstaltungen sind gelaufen, historische Ausstellungen sind zu sehen, Buch-Veröffentlichungen zu den Gründern und Gönnern der ersten Stunde sind erschienen. Bald kommt der dritte Band der dicken Universitätschronik von Notker Hammerstein heraus.

Außerdem arbeitet die Universität an einem „Wissenschaftsstadtplan“ durch Frankfurt, entlang der früheren Wohnhäuser der „wichtigsten Köpfe der Wissenschaftsstadt“, welche allein 19 Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Für jede der bisher rund 25 ausgewählten Persönlichkeiten wird eine grüne Email-Gedenktafel mit ihrem Kurzprofil angeschraubt; in Absprache mit den Hauseigentümern sollen es in diesem Jahr an die 20 Tafeln sein.

Der Physiker Max von Laue, der fünf Jahre lang (bis 1919) in der Beethovenstraße 33 zuhause war, zählt zu den ersten; auch die Tafel für die Psychoanalytiker Alexander und Margarete Mitscherlich, die in der Myliusstraße 20 lebten, wurde beispielhaft erwähnt. Ist die Reihe komplett, werden Stadtführungen angeboten.

Neue Uni 2025

„Wissenschaft und Gesellschaft“ nannte Präsident Müller-Esterl als Festmotto. Alle 16 Fachbereiche seien beteiligt, ebenso Fachschaften und Studierende. Die Ausstellung im „PA-Gebäude“ zu den „36 Stiftern“ der Gründerjahre haben in dreijähriger Arbeit „ausschließlich Studenten inszeniert“, informierte Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn. Für jeden der Geldgeber von 1914 steht ein Erinnerungstisch da, mit Leselampe, Monitor und Schreibtischstuhl. Die Stühle ganz unterschiedlicher Stile haben heutige Frankfurter der Uni für die Ausstellung geschenkt. „Das schweißt zusammen“, befand Kaltenborn.

Laut Müller-Esterl sind die rund 2,5 Millionen Euro für das Programm „komplett eingeworben worden“. Hauptsponsor ist die Deutsche Bank, weitere Stifter sind die Carlo-Giersch-Stiftung, die Josef-Buchmann-Stiftung und Claus Wissers Unternehmen Wisag. Die Plastikfiguren des Geheimrats Goethe vor dem IG-Farbengebäude waren ebenfalls geschenkt – dass rund 40 Exemplare gestohlen wurden, sei wohl Teil des Konzepts von Künstler Ottmar Hörl. Denn nun werben die Goethes anderswo für ihn und die Frankfurter Uni.

Zur Fest-Bilanz rückten die weiteren Baupläne in den Hintergrund. Bis 2020 entstehen Gebäude für Chemie, Informatik und Mathematik, Neubauten für die Medizin und die Universitätsbibliothek sollen folgen. „2025 ist die Universität neu gebaut“, kündigte der Präsident an.

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