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Designtalente aus Frankfurt geehrt

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Ein Model präsentiert einen Entwurf von Designer Maurice Martínez.
Ein Model präsentiert einen Entwurf von Designer Maurice Martínez. © Michael Schick

Gewinner des Fashiondesigner Mentoring Programms Hessen zeigen in Frankfurt ihre Kreationen.

Strahlend blicken die sechs Gewinner:innen des Fashiondesigner Mentoring Programms Hessen am Donnerstagmittag in die Kameras. Kurz zuvor hat Stadträtin Stephanie Wüst ihnen eine Urkunde für ihre nachhaltigen Modekreationen verliehen. Damit erreicht nun auch der letzte Tag der Frankfurt Fashion Lounge, ein offizielles „Side Event“ der Fashion Week, seinen Höhepunkt.

Aus insgesamt über 20 Einsendungen hat eine Jury sechs junge Designer:innen ausgewählt, die alle die Vorgabe für nachhaltige und herausstechende Entwürfe erfüllten. Sie entwarfen dafür jeweils zwei Teile, die sie am Donnerstag in einer gemeinsamen Runway-Show im Hotel Sofitel nahe der Oper präsentierten. Im Salon „Le Marais“ liefen die Models zu lauter Bassmusik über den schwarz-weiß gemusterten Teppichboden direkt durch das Publikum. Die vorgestellten Outfits waren schon auf den ersten Blick Eyecatcher: Zu sehen waren bunte Kreise und weiße Fransen sowie Anzüge mit Aussparungen an Brust und Armen. Außerdem präsentierten die Models Entwürfe, die teilweise aus orangener Arbeitskleidung inklusive Reflektoren bestanden. Zwei weitere Kleider erinnerten an Mode aus der griechischen Mythologie und ein Kostüm durch seinen Schnitt ein wenig an die 60er Jahre. Zum Abschluss der Runway-Show liefen die Designer:innen Hand in Hand mit ihren Models durch das Publikum.

Anschließend stellte jede:r von ihnen das Motto der entworfenen Kollektion vor. Unter ihnen war Maurice Martínez mit seiner Kollektion „Elegante Konzepte“. Seine Stücke seien „von Grund auf nachhaltig“. Ihm sei es sehr wichtig, dass keine Schadstoffe durch Kontakt mit der Haut in den Körper gelangen. Die Stoffe für seine beiden Kleidungsstücke, ein Kostüm und ein Samtkleid, habe er auf einem Flohmarkt und in einem Inneneinrichtungsgeschäft in Frankfurt erworben. Die Stoffe aus dem Geschäft konnten dort nicht mehr verwendet werden. Eigentlich seien sie für Kissen oder Ähnliches gedacht gewesen, doch er habe daraus ein Kostüm genäht.

Auch die Ideen für seine beiden Entwürfe habe er aus der Stadt gezogen: „Es geht mir um Frankfurt, Business-Leute, starke Frauen – sehr elegant“, beschreibt er seine Inspiration. Die Stadt liege ihm sehr am Herzen: „Ich fühle mich hier einfach wohl, zu Hause.“

Auch die anderen fünf Gewinner:innen des Fashiondesigner Mentoring Programms kommen aus Frankfurt. Alle haben ihre Kleidungsstücke selbst entworfen und umgesetzt, erklärt die Initiatorin und Organisatorin der Frankfurt Fashion Lounge, Sevinc Yerli: „Das ist alles handgemacht.“ Neben einer Urkunde erhalten alle Gewinner:innen laut Yerli „Coachings und Expertise“.

Jurymitglied und Stadträtin Stephanie Wüst zeigte sich von den Ideen der jungen Designer:innen begeistert: „Ich glaube, ihr steht für eine neue Generation von Fachkräften für die Modebranche. Ich bin sehr beeindruckt.“ Ihr Jurykollege und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, Oliver Schwebel, stimmte ihr zu: „Es ist ja unglaublich, was wir hier an jungem Talent in der Stadt haben. Frankfurt ist nicht mehr zu stoppen, und ihr seid nicht mehr zu toppen. Das zeigt einfach: Frankfurt ist ein Standort für Mode, auch für nachhaltige Mode, international.“

Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich bereits durch die gesamte Fashion Week. So war etwa der Preisverleihung ein Panel zu dem Thema „Wie nachhaltig kann Mode sein?“ vorausgegangen. „Große Veränderungen muss die Politik machen, aber wir als Verbraucher haben auch eine Verantwortung“, brachte Influencerin Janina Sell die Meinungen der Gesprächsrunde auf den Punkt. Kim Brückmann

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