Kommentar

Desaster für die Sportstadt Frankfurt

  • schließen

Das Ende der Gespräche zwischen der Stadt Frankfurt und Investor Langano kommt einem Aus der Multifunktionshalle am Kaiserlei gleich. Oberste Priorität hat das Projekt in Frankfurt nie.

Die Hoffnung der Basketballer der Frankfurt Skyliners und der Eishockey-Cracks der Löwen Frankfurt, möglichst bald in einer wettbewerbsfähigen Spielstätte zu spielen, ist am Mittwoch wie eine Seifenblase geplatzt. Das Ende der Gespräche zwischen dem Investor Langano und der Stadt Frankfurt über den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei ist ein Desaster für die Profiklubs.

Zwar wird ab sofort wieder mit dem zweiten Investor, der Anschütz Entertainment Group, geredet. Doch sind die Chancen, mit den US-Amerikanern auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, noch geringer als mit Langano. Sportdezernent Markus Frank spricht überraschend offen davon, dass das Projekt in weite Ferne gerückt sei.

Anschütz will im Unterschied zu Langano auch auf Offenbacher Gemarkung bauen. Und zwar nicht nur eine Halle, sondern das Unternehmen will das gesamte Areal entwickeln mit Kino, Bowlingbahn etc. In Frankfurt, aber vor allem in Offenbach, gab es dagegen Widerwillen. An den Positionen dürfte sich nichts verändert haben. Sollte Anschütz nicht davon abrücken, wäre das Aus für die Kaiserlei-Arena besiegelt und damit der Höhepunkt des Trauerspiels um dieses Projekt erreicht.

Seit im Frühjahr 2011 beschlossen wurde, eine Halle am Kaiserlei zu bauen, fehlte der politische Wille, das Vorhaben auch durchzusetzen. Außer im Sportdezernat genoss es nirgendwo höchste Priorität.

Bei der kleinsten Veränderung wurde das Projekt infrage gestellt. Alleine das Verkehrsgutachten zu erstellen, dauerte geschlagene 18 Monate, und erst im Dezember 2015 wurde die Ausschreibung auf den Weg gebracht. Es wurde sehr viel Zeit verloren, während in der Stadt händeringend nach Flächen gesucht wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass dieses Grundstück noch einmal für neue Bieter ausgeschrieben wird, sondern es wird dann für die Europäische Schule genutzt.

Für die Profisportklubs bleibt nun als einzige Alternative das Projekt „The Dome“ am Frankfurter Flughafen übrig. Die Katz Group verspricht hemdsärmelig, dass die Hürden gar nicht so hoch seien, eine Ausschreibung gar nicht nötig sei und auch Verkehrsprobleme einfacher zu lösen seien als am Kaiserlei. Besonders realistisch ist das nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare