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Frankfurter AWO-Skandal: Der Richter und sein Doktor

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Von: Stefan Behr

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Dem ehemaligen Chef der AWO Frankfurt wird vorgeworfen, sich mit einem Doktortitel wichtiggemacht zu haben, den er aber zu keinem Zeitpunkt an einer Uni erworben hatte. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Der frühere AWO-Chef in Frankfurt muss sich wohl vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll Titel missbraucht haben.

Frankfurt – Der ehemalige Chef der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) Jürgen Richter wird sich voraussichtlich im Mai wegen Titelmissbrauchs vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten müssen. Gegen einen Strafbefehl über 120 Tagessätze à 80 Euro hat der 65-Jährige Einspruch eingelegt.

Richter wird vorgeworfen, sich seit Juli 2017 mit einem Doktortitel wichtiggemacht zu haben, den er aber zu keinem Zeitpunkt an irgendeiner Universität im In- oder Ausland erworben habe. Dennoch habe er laut Staatsanwaltschaft „die Bezeichnung fortwährend genutzt“, unter anderem im E-Mail-Verkehr und sogar im Auflösungsvertrag mit der AWO. Zudem habe er sich den falschen Doktor in Personalausweis und Reisepass eintragen lassen.

AWO-Skandal in Frankfurt unter Richters Leitung

Unter Richters Leitung hatte die AWO mafiöse Strukturen angenommen und einige Nutznießer:innen mit fantastischen Gehältern und luxuriösen Dienstwagen bedacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit etwa zwei Jahren wegen des Verdachtes des Betrugs und der Untreue gegen Funktionäre aus Richters Dunstkreis. Auch gegen Oberbürgermeister Peter Feldmann wird wegen Verdachts der Vorteilsnahme ermittelt. Seine damalige Lebensgefährtin und spätere Ehefrau hatte 2015 eine Stelle als Leiterin einer AWO-Kindertagesstätte angetreten, die ungewöhnlich gut bezahlt und mit einem Dientswagen verbunden war. (Stefan Behr)

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